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Greenpeace-Aktivisten protestieren gegen Shells Arktis-Pläne

Formel1-Grand Prix in Belgien

(UPDATE, 17:15) Beim Formel1-Grand Prix in Belgien haben am Sonntag Greenpeace-Aktivisten gegen Shells Arktis-Projekt protestiert. Von der Haupttribüne entrollten die Aktivisten ein 20 Meter langes Banner mit der Aufschrift: "Arctic Oil? Shell No!". Der Ölkonzern, ein Hauptsponsor des Grand Prix, gefährdet mit geplanten Ölbohrungen in der Arktis eine der ökologisch verwundbarsten Regionen der Erde.

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Vor dem Rennen haben Greenpeace-Aktivisten zudem in zwei Ultraleichtfliegern über der Rennstrecke mit einem Banner für den Schutz der Arktis geworben. Den Abschluss der Protestaktion markierten kurz vor der Siegerehrung Sebastian Vettels zwei weitere Banner am Siegerpodest, die von den Aktivisten per Fernsteuerung entrollt wurden. Die Aufschrift der Banner ("SaveTheArctic.org") verwies auf die Internetadresse der Petition für den Schutz der Arktis, die weltweit über 3,5 Millionen Menschen unterzeichnet haben. Eine Greenpeace-Kletterin, die sich vom Dach über dem Siegerpodest abseilen konnte, richtete sich anschließend mit ihrem Banner direkt an Gewinner Vettel: "Congratulations, now help us Save The Arctic" ("Herzlichen Glückwunsch, jetzt helfen Sie uns, die Arktis zu schützen!").

„Die Aktion zeigt, was Shell wirklich antreibt: Ölausbeute ohne Rücksicht auf Mensch und Natur“, sagt Jörg Feddern, Ölexperte von Greenpeace. „Mit einem millionenschweren Werbebudget versucht sich der Konzern heute ein gutes Image zu geben, gleichzeitig werden jedoch Milliarden US-Dollar in die gefährliche und unkalkulierbare Ausbeutung der Arktis investiert. Damit muss Schluss sein!“ Durch die Aktion wurde zu keinem Zeitpunkt der Ablauf des Rennens gestört.

Greenpeace fordert, dass Shell sein verantwortungsloses Arktis-Projekt aufgibt. Mit einer Online-Petition setzt sich die Organisation für ein Verbot gegen Ölbohrungen und industrielle Fischerei in arktischen Gewässern und für ein Schutzgebiet rund um den Nordpol ein. Darüber hinaus ruft Greenpeace zur einer Online-Demo gegen Shells Arktis-Projekt auf, für die weltweit bereits über 160.000 Twitter- und Facebook-Meldungen eingegangen sind.

Shell gefährdet die Arktis

Shell hat bislang etwa fünf Milliarden US-Dollar in die Vorbereitung von Ölbohrungen vor der Küste Alaskas investiert. Dennoch kam es im vergangenen Jahr kam zu einer Reihe von schweren Unfällen, die den Konzern schließlich zwangen, das Projekt bis auf weiteres zu unterbrechen (lesen Sie dazu unsere Chronik unter dieser Nachricht). In der Zwischenzeit hat Shell jedoch eine Zusammenarbeit mit dem russischen Ölkonzern Gazprom beschlossen, um die Ölvorräte der russischen Arktis auszubeuten.

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