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Finger weg von der Arktis: Greenpeace-Aktivisten verstärken Protest gegen Shell

Nach einer furiosen Woche mit weltweiten Aktionen gegen Shells Arktis-Projekt verzeichnet der Protest von Greenpeace-Aktivisten in Deutschland heute einen neuen Höhepunkt: An über fünfzig Shell-Tankstellen bundesweit bekleben Aktivisten Zapfsäulen und Zapfpistolen mit Protest-Labeln und informieren die Kunden über die Pläne des Ölkonzerns.

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Auf der Seite savethearctic.org haben in nur wenigen Wochen über eine Million Menschen für den Schutz der Arktis unterzeichnet. Die Namen der Unterzeichner werden in einer speziellen Kapsel im kommenden Jahr am Nordpol befestigt: Ein symbolischer Akt, der deutlich machen soll, dass die Arktis als Erbe der Menschheit nicht dem Interesse einiger Großkonzerne geopfert werden darf.

Das Ökosystem der Arktis ist eine der empfindlichsten Regionen dieser Welt. Ölunfälle sind dort kaum zu bekämpfen, sagt Kai Britt von der unabhängigen Umweltschutzorganisation Greenpeace.

Ölbohrungen von Shell bedrohen die Arktis - erster Unfall in Dutch Harbour

Bereits bei der Vorbereitung auf die Bohrungen hat Shell Schwierigkeiten, mit den Wetterverhältnissen in der Arktis zurecht zu kommen. Das Bohrschiff Noble Discoverer, mit dem Shell in wenigen Wochen mit Ölbohrungen in der Arktis beginnen will, ist vor einer Woche gefährlich nahe an die felsige Küste abgetrieben, während es in Alaska vor Anker lag. Derzeit gibt es widersprüchliche Informationen darüber, ob das Schiff auf Grund lief oder nicht.

Shell geht unterdessen juristisch gegen den Greenpeace-Protest vor. Der Konzern will mit einstweiligen Verfügungen weitere Demonstrationen verhindern. So dürfen sich beispielsweise Greenpeace-Schiffe oder Greenpeace-Mitarbeiter in US-Gewässern nicht näher als 500 Meter (in manchen Fällen sogar 1,5 Kilometer) der Shell-Flotte nähern.

Wir lassen uns unser Recht auf freie Meinungsäußerung und aktiven Protest nicht verbieten, kommentiert Kai Britt von Greenpeace. Die Arktis ist unser gemeinsames Erbe, wir werden nicht tatenlos zusehen, wie Industriegiganten sie zerstören. Durch Androhungen von einstweiligen Verfügungen lassen wir uns nicht einschüchtern.

In der vergangenen Woche haben in Deutschland über 500 ehrenamtliche Greenpeace-Aktivisten in 73 Städten an Shell-Tankstellen Bürger und Passanten über das Arktis-Projekt des Ölkonzerns informiert. Die Aktionen in Deutschland sind Teil einer weltweiten Informations- und Aktionswoche von Greenpeace.

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