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Elf Träger des Friedensnobelpreises setzen sich für die "Arctic 30" ein

Elf Friedensnobelpreisträger - unter ihnen Erzbischof Desmond Tutu - haben in einem Brief an den russischen Präsidenten Wladimir Putin ihre Unterstützung für die "Arctic 30" zum Ausdruck gebracht. In ihrem Brief fordern sie Putin dazu auf, alles in seiner Macht Stehende zu tun, damit die "überzogenen Anschuldigungen der Piraterie" gegen die in Russland inhaftierten 28 Aktivisten und zwei Journalisten fallen gelassen werden.

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Alle Unterzeichner des Briefes unterstützen Bemühungen zum Schutz der Arktis vor Ölbohrungen und den Folgen des Klimawandels. Die Arktis sei ein "wertvoller Schatz der Menschheit". In dem Brief heißt es:

"Ölbohrungen in der Arktis sind ein gefährliches Unternehmen mit hohen Risiken. Ein Ölunfall in diesen eisigen Gewässern hätte katastrophale Auswirkungen auf eine der makellosesten, einzigartigsten und schönsten Gegenden der Erde. Die Auswirkungen eines Ölunfalls auf Menschen, die in der Arktis leben, und auf bereits jetzt bedrohte Tierarten, wären zerstörerisch und langfristig. Die Risiken eines solchen Unfalls sind immer gegeben, und die Notfallpläne der Ölindustrie bleiben völlig unzureichend."

Der Brief wurde unterzeichnet von:

  • Bischof Desmond Tutu (Südafrika)
  • Betty Williams (Nordirland)
  • Leymah Gbowee (Liberia)
  • Jody Williams (USA)
  • Tawakkol Karman (Jemen)
  • Rigoberta Menchu Tum (Guatemala)
  • Mairead Maguire (Nordirland)
  • Shirin Ebadi (Iran)
  • Jose Ramos Horta (Osttimor)
  • Adolpho Perez Esquivel (Argentinien)
  • Ex-Präsident Oscar Arias Sanchez (Coast Rica)

Die 28 Greenpeace-Aktivisten sowie ein freiberuflicher Fotograf und ein freier Videofilmer wurden nach einem friedlichen Protest an einer Gazprom-Ölplattform in der russischen Arktis am 18. September festgenommen. Für sie wurde eine zweimonatige Untersuchungshaft angeordnet und eine Anklage wegen "bandenmäßiger Piraterie" erhoben.

Weltweit setzen sich Greenpeace-Aktivisten, Bürger, Menschenrechtler, Prominente und Politiker für die Freilassung der "Arctic 30" ein. Am Mittwoch hat Bundeskanzlerin Angela Merkel in einem Telefonat mit Putin eine Lösung der Situation angemahnt. Über 1,4 Millionen Menschen weltweit haben eine Protestmail an russische Botschaften geschickt.

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