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Weltweit trafen sich am 4.Oktober Umweltaktivisten zum Ice Ride 2014, der großen Fahrraddemo für den Schutz der Arktis

Der Ice Ride rollt

Laut und bunt wird es, wenn zum zweiten Mal für die Arktis geradelt wird. Ölkonzerne wie Shell und Gazprom, der als erster Konzern weltweit Öl aus arktischen Gewässern fördert, bedrohen diese einzigartige Region. 

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Allein in Deutschland haben sich über dreißig Städte und 3200 Unterstützer an den Fahrraddemos beteiligt, weltweit fanden insgesamt 157 Ice Rides in 33 Ländern statt. Letztes Jahr fand die internationale Veranstaltung zum ersten Mal statt und war bereits ein voller Erfolg. Jetzt ging er in die zweite Runde, denn die Region um den Nordpol ist immer noch in Gefahr. „Die Arktis ist eine der letzten unberührten Regionen auf unserer Erde“, sagt Maike Christiansen von Greenpeace. „Wir müssen verhindern, dass dieser einmalige Lebensraum den Interessen der Industrie, allen voran der Ölindustrie, geopfert wird.“ Seit Jahren fordert Greenpeace deshalb ein Schutzgebiet in der Hohen Arktis.

Lebensraum muss vor Industrie gehen

Über sechs Millionen Menschen weltweit haben die Greenpeace-Petition zum Schutz der Arktis unterzeichnet. Während beim Ice Ride auf Drahteseln für den Lebensraum von Eisbär und Walross gekämpft wird, gibt es auch Unterstützung von höchster politischer Ebene: UN-Generalsekretär Ban Ki-moon nahm kürzlich die bisher gesammelten Unterschriften der Petition entgegen und kündigte ein internationales Gipfeltreffen zur Arktis an.

In den letzten 30 Jahren sind bereits drei Viertel der Nordpol-Eisdecke geschmolzen und neben CO2-Emissionen und Klimawandel bedrohen jetzt auch die Ölbohrungen den arktischen Lebensraum. Mit der „Arktis-Deklaration“ sprechen sich zahlreiche Prominente gegen diese Ausbeutung der Natur aus. Neben Paul McCartney unterstützen unter anderem Desmond Tutu und Marina Silva ein Schutzgebiet.

(Autor: Philipp Brandstaedter)

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