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Bundesweiter Protest an Gazprom-Tankstellen gegen Arktis-Ölbohrungen

UPDATE (03.10.2013) Rund sechzig Greenpeace-Aktivisten haben am Mittwoch an allen 21 Gazprom-Tankstellen in Deutschland gegen die Pläne des russischen Ölkonzerns protestiert, in der Arktis nach Öl zu bohren. In Berlin haben sich dazu Aktivisten bis zu zehn Stunden an Tanksäulen gekettet. In Berlin-Tegel räumte die Polizei die Tankstelle. Die Aktivisten forderten die sofortige Freilassung der "Arctic 30", am Mittwochmorgen wurde gegen 14 der dreißig Arctic Sunrise-Besatzungsmitglieder in Murmansk Anklage wegen Piraterie erhoben.

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02.10.2013: Weltweit protestieren Menschen für die Freilassung der Arctic Sunrise-Aktivisten. Zehn Tage nach der Beschlagnahmung des Schiffes durch russische Behörden haben 640.000 Menschen Protestmails an russische Botschafter geschickt. Auch Menschenrechtler, Politiker und Journalisten fordern die Freilassung der "Arctic 30". Am Dienstagabend hatten sich Greenpeace-Kletterer beim Champions League-Spiel des FC Basel gegen Schalke 04 vom Dach des Stadions abgeseilt und mit einem großen Banner Sponsor Gazprom aufgefordert, sein Arktis-Projekt zu beenden.

Bitte unterstützen Sie unsere Protestmail-Aktion für die Freilassung der Aktivisten!

"Greenpeace-Aktivisten lassen sich von ihren Protesten zum Schutz der Arktis nicht abbringen", sagt Jörg Feddern, Ölexperte bei Greenpeace. "Wir werden auch künftig diejenigen beim Namen nennen, die die Zerstörung der Arktis billigend in Kauf nehmen."

Zwei Monate lang soll die dreißigköpfige Besatzung der Arctic Sunrise in Untersuchungshaft festgehalten werden. Am Mittwochmorgen wurden die ersten Aktivisten in Murmansk wegen "bandenmäßiger Piraterie" angeklagt - obwohl der russische Präsident Wladimir Putin erklärt hatte, die Aktivisten seien nach seiner Einschätzung "eindeutig keine Piraten".

Stoppt Ölbohrungen in der Arktis!

Mit der Prirazlomnaya-Plattform will Gazprom als erster Ölkonzern überhaupt in der arktischen Petschorasee Öl fördern. Anfang nächsten Jahres soll es losgehen - trotz erwiesener technischer Probleme und unzureichender Notfallpläne. Teile der Bohrinsel sind fast 30 Jahre alt und wurden seither gegen Eisgang lediglich verstärkt, ein Unfall ist nur eine Frage der Zeit.

Denn extreme Wetterbedingungen und die große Entfernung zu jeglicher Infrastruktur machen Ölbohrungen in der Arktis wesentlich riskanter, die Folgen eines Unfalls noch verheerender als in anderen Gebieten der Welt. Ölkonzerne wie Gazprom oder Shell interessiert das nur wenig: Vor einigen Wochen hatten sie angekündigt, arktische Ölvorkommen gemeinsam auszubeuten.

"Gazprom setzt mit seinen Plänen das sensible Ökosystem der Arktis aufs Spiel", so Jörg Feddern. "Der Konzern hat keine Offshore-Erfahrung und spielt Russisches Roulette mit der Arktis. Die Frage ist nicht ob, sondern wann es zu einem verheerenden Ölunfall kommen wird."

Knapp vier Millionen Menschen haben die Greenpeace-Petition zum Schutz der Arktis unterzeichnet. Gemeinsam mit Greenpeace fordern sie ein Schutzgebiet um den Nordpol und ein Verbot von Ölbohrungen in arktischen Gewässern. Setzen auch Sie sich ein - für den Schutz der Arktis und die Freilassung der Aktivisten!

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