Archiv: Artikel kann veraltete Informationen enthalten

Ausreise-Visa für die Arctic 30 beantragt

Greenpeace International bemüht sich um die Ausreise der in Russland wegen Rowdytums angeklagten Arctic Sunrise-Aktivisten. Die Anwälte der Aktivisten haben damit begonnen, bei der Ermittlungsbehörde Anträge für Ausreise-Visa zu stellen.

  • /

Wenn die Anträge angenommen werden, dürften die 25 nicht-russischen Aktivisten und der britische Videofilmer Kierony Bryan aus Russland ausreisen und in ihren jeweiligen Heimatländern auf ein eventuelles Verfahren warten. Die Aktivisten stammen aus 18 Ländern. Die Antragstellung wird in den kommenden Tagen abgeschlossen. Die Ermittlungsbehörde muss innerhalb von drei Tagen darauf antworten.

Der Rechtsberater von Greenpeace International, Jasper Teulings, kommentiert:

"Es ist rechtlich eine einmalige Situation, dass die Arctic 30 in Russland erst angeklagt und dann gegen Kaution freigelassen wurden, nachdem sie in internationalen Gewässern außerhalb von Russlands Hoheitsgewässern festegenommen wurden. Wir hoffen, dass diese Angelegenheit gelöst wird. Greenpeace wird weiterhin die Rowdytum-Anklage anfechten und das Fallenlassen aller Anklagen fordern."

Die Anwälte fordern außerdem den Chefermittler auf, klarzustellen, wann die Arctic 30 in der weiteren Ermittlung vorstellig werden müssen und dass sie für den Fall, dass dies nötig sein wird, nach Russland zurückkehren dürfen.

Ben Ayliffe von Greenpeace International ergänzt:

"Greenpeace kann sich nicht sicher sein, ob die Ausreise-Visa gewährt werden und wir können nicht versprechen, wann unsere Freunde Russland verlassen dürfen, aber wir tun unser Möglichstes, um sie so bald wie möglich nach Hause zu bringen. Sie haben bereits einen absurden und viel zu hohen Preis für einen vollständig friedlichen und gerechtfertigten Protest gegen die Gefahren von Ölbohrungen in der Arktis bezahlt."

Folgen russische Behörden der Anordnung des Seegerichtshofs?

Der Internationale Seegerichtshof (ISGH) war im letzten Monat einem Antrag der Niederlande gefolgt, die als Flaggenstaat der Arctic Sunrise eine Anordnung gefordert hatten, die Arctic 30 in ihre Heimatländer ausreisen zu lassen und die Arctic Sunrise freizugeben. Der ISGH hatte verfügt, dass die Niederlande dafür mit einer Banksicherheit von 3,6 Millionen Euro für die Aktivisten bürgen.

Bis zum Montag hatten die Niederlande und Russland Zeit, dem Seegerichtshof mitzuteilen, inwieweit sie die Anordnung befolgt haben. Das niederländische Außenministerium hat erklärt, die Banksicherheit bereits hinterlegt zu haben.

"Wir begrüßen, dass die Niederlande ihren Teil der verbindlichen Anordnung des Seegerichtshofs bereits erfüllt haben. Russland ist ebenfalls verpflichtet, die Order zu befolgen, und die Arctic Sunrise und die Arctic 30 freizugeben. Greenpeace nimmt an, dass die russische Förderation das beherzigt," so Teulings.

Zum Weiterlesen:

Colin Russell auf freiem Fuß

Seegerichtshof ordnet Freilassung der Arctic 30 an

Weiterführende Publikationen zum Thema

Report: Seismische Untersuchungen bedrohen Wale

Der Lärm seismischer Untersuchungen bei der Suche nach Öl wirkt sich negativ auf Meereslebewesen aus – so das Ergebnis eines neuen Berichts der Marine Conservation Research.

Zur Kampagne

Arktis-Pläne einfrieren!

Shell ist zurück in der Arktis. Vor der Küste Alaskas sucht der Konzern nach Öl – trotz hoher Risiken und internationaler Proteste.

Alle Artikel zu dieser Kampagne

Mehr zum Thema

Aufräumen am Ende der Welt

Plastikmüll an Stränden ist leider nichts Neues. Aber in der Arktis? Greenpeace barg an der Küste Spitzbergens bergeweise Kunststoff – Folgen einer ausufernden Fischereiindustrie.

12 Freunde

Die Kiezkicker vom FC St. Pauli unterstützen die Greenpeace-Kampagne zum Arktisschutz – und unterzeichneten als erster deutscher Profisportverein die Arctic Declaration.

Überraschender Besuch

Das Greenpeace-Schiff Arctic Sunrise trägt den Protest gegen die Ölbohrungen des Konzerns OMV in die Barentssee. Vor dessen Ölplattform flattern nun Banner: „Raus aus der Arktis!“