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Arktiskonferenz: Klimaschutz gegen Wirtschaftsinteressen

In Tromsö/Norwegen tagt derzeit eine internationale Arktiskonferenz. Vertreter der Anrainerstaaten diskutieren über die Zukunft der Arktis. Es geht um die Auswirkungen des Klimawandels auf die Menschen in der Region und das fragile arktische Ökosystem. Und um die Frage, wie die gewaltigen fossilen Öl- und Kohlevorkommen der Arktis erschlossen und ausgebeutet werden können. Klimaschutz und wirtschaftliche Interessen stehen einander im Weg.

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Die Teilnehmer der Konferenz kommen aus Norwegen, Russland, USA, China, Grönland und Kanada. Am Tisch sitzen neben den Regierungsvertretern auch Nichtregierungsorganisationen, Wissenschaftler und Vertreter der Industrie. Einer der Referenten ist Mads Christensen, der Direktor des nordischen Greenpeace-Büros.

Christensen wird in seiner Rede auf die vielen Gefahren für die Arktis eingehen und einen sofortigen Stopp der industriellen Ausbeutung der Region fordern. Dieser Stopp darf erst aufgehoben werden, wenn ein rechtsverbindliches Rahmenwerk geschaffen wurde, das den Schutz des arktischen Ökosystems mit seiner Tier- und Pflanzenwelt, aber auch seiner Ureinwohner gewährleistet.

Wie weit der Klimawandel die Arktis schon verändert hat, zeigen unter anderem die Ergebnisse der Greenpeace-Expedition in die Arktis. Drei Monate lang waren im vergangenen Jahr Umweltschützer zusammen mit Wissenschaftlern auf dem Greenpeace-Schiff Arctic Sunrise unterwegs. Ihre Forschungen ergaben unter anderem, dass sich tropische Wasserströmungen inzwischen viel weiter nördlich finden lassen, dass Gletscher noch schneller abschmelzen und das Sommereis der Arktis immer geringer wird. Die Greenpeace-Meeresbiologin Iris Menn war dabei und berichtete in ihrem Arktis-Weblog von der Expedition.

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