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Arctic Sunrise-Aktivisten bleiben weiter in Untersuchungshaft

Für drei Arctic Sunrise-Aktivisten - unter ihnen auch der Schweizer Marco Weber - hat ein Gericht in Murmansk am Montag den Antrag auf eine Freilassung gegen Kaution abgelehnt. Von den "Arctic 30" warten nun noch sechs Aktivisten auf ihre Anhörung zur Haftüberprüfung, bislang wurde für alle übrigen Aktivisten und die zwei Journalisten einer entsprechenden Beschwerde nicht stattgegeben und die vom Gericht angeordnete Untersuchungshaft bis zum 24. November aufrechterhalten.

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"Es gibt absolut keine Rechtfertigung für die fortbestehende Inhaftierung von Aktivistinnen und Aktivisten, die mit friedlichen Mitteln protestierten. Sie werden für ein Verbrechen angeklagt, das nie begangen wurde. Sie werden festgehalten, obwohl niemand sie für schuldig hält," kommentierte Greenpeace International-Geschäftsführer Kumi Naidoo die Entscheidung des Murmansker Amtsgerichts. Er hatte bereits angeboten für die Zeit der Verhandlung als Bürge für die "Arctic 30" in Russland zu leben.

Bereits am Freitag war der britischen Aktivistin Alex Harris eine Freilassung gegen Kaution verwehrt geblieben, obwohl sie mit gesundheitlichen Problemen zu kämpfen hatte. Vor Gericht schilderte sie, dass sie wegen starker Bauchschmerzen wiederholt um den Besuch eines Arztes gebeten hatte - ohne Erfolg. Bei ihrer Anhörung vor Gericht wies Harris die Anklage wegen "bandenmäßiger Piraterie", die die russische Staatsanwaltschaft gegen die "Arctic 30" erhoben hatte, von sich: "Alles, was passierte, war friedlicher Protest und ich bin überzeugt, dass die Videoaufnahmen und die lange Geschichte von Greenpeace das beweisen werden," so Harris.

Proteste gegen Gazprom

Friedlich protestierte am Samstagabend auch eine Greenpeace-Ballettänzerin vor den "Classical Highlights" in der Tonhalle in Zürich - einem von Gazprom gesponsorten Kultur-Event: In ihrer Interpretation des sterbenden Schwans verendet die namengebende Figur in einer Kunstöllache. Mit der geplanten Ölförderung durch die Prirazlomnaya-Plattform in der Petschorasee, an der die "Arctic 30" vor ihrer Festnahme protestiert hatten, setzt Gazprom die Lebensgrundlagen von Menschen und Tieren in der Arktis aufs Spiel.

"Wir werden uns nicht einschüchtern lassen. Wir werden unseren friedlichen Protest gegen Gazprom und andere Ölkonzerne, die in der Arktis nach Öl bohren wollen, nicht aufgeben," erklärte Naidoo. Bereits über 1,5 Millionen Menschen weltweit haben russische Botschaften mit einer Protestmail dazu aufgefordert, auf die Freilassung der Arctic Sunrise-Crew hinzuwirken. Fordern auch Sie: Freiheit für die Arctic 30!

Über die Geschichte der "Arctic 30" informiert Sie unsere Chronik:

 

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