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Arctic 30 nach St. Petersburg verlegt

Der Gefangengentransport mit den 30 inhaftierten Greenpeace-Aktivisten ist kurz nach 12 Uhr Ortszeit in St. Petersburg eingetroffen. Der Zug war am Montagmorgen in Murmansk gestartet. Die Ermittlungsbehörde hatte zuvor erklärt, die Arctic 30 würden der Zuständigkeit des Gerichts in St. Petersburg überstellt.

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Die Überführung der Arctic 30, die nach einem friedlichen Protest an einer Gazprom-Bohrinsel seit über 50 Tagen in russischer Untersuchungshaft sitzen, kommentierte Ben Ayliffe von Greenpeace International: "Wir wissen nicht, ob die Verlegung dieser fälschlich angeklagten Menschen eine Verbesserung ihrer Haftbedingungen und Menschenrechte zur Folge haben wird. Wir tun alles in unser Macht Stehende, um sicherzustellen, dass die Arctic 30 auf humane Weise transportiert werden." Bei der Ankunft sei der Waggon mit den Inhaftierten vom restlichen Zug gelöst und von der Station weggefahren worden. Die Aktivisten wurden von zahlreichen Polizisten zu Bussen eskortiert.

Gewöhnlich werden in Russland Inhaftierte in speziellen Gefängniswaggons transportiert, die an Passagier- oder Güterzüge gekoppelt werden. In den Waggons befinden sich Zellen für bis zu vier Personen. Passagierzüge sind für die etwa 1000 Kilometer lange Strecke zwischen Murmansk und St. Petersburg üblicherweise rund 27 Stunden unterwegs. Noch ist unklar, in welche der vielen Haftanstalten in St. Petersburg die dreißig Männer und Frauen gebracht werden.

World Future Council verlangt sofortige Freilassung der Arctic 30

"Zentraler Punkt in dieser Angelegenheit ist die simple Wahrheit, dass die Arctic 30 zu Unrecht eingesperrt sind. Diese Leute sind weder Piraten noch Randalierer, sondern unschuldig. Sie sollten alsbald befreit werden. Der friedliche Protest für den Schutz der Arktis ist kein Verbrechen, sondern ein großer Einsatz für die Menschheit", so Ayliffe.

Als "Dienst an der Menschheit" bezeichneten auch Träger des Alternativen Nobelpreises und Mitglieder des World Future Council den Protest der Aktivisten. Ein internationales Bündnis - bestehend aus Trägern des Right Livelihood Awards, auch bekannt als Alternativer Nobelpreis, und Mitgliedern des World Future Councils - rief die russischen Behörden am Sonntag auf, die Arctic 30 sofort freizulassen.

In ihrer gemeinsamen Erklärung bezeichneten die über 70 Unterzeichner aus mehr als 30 Ländern den Greenpeace-Protest als "besonnen" und Gazproms Ölförderung in der Arktis als "eine Gefahr für die fragile arktische Umwelt und das globale Klima".

Weltweit haben bereits zwei Millionen Menschen eine Protestmail an russische Botschaften geschickt und damit Freiheit für die Arctic 30 gefordert.

Zum Weiterlesen:

Video:Die Stürmung der Arctic Sunrise

Deutsche Politiker fordern Freilassung der Aktivisten

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