Archiv: Artikel kann veraltete Informationen enthalten

Arctic 30: Erste Aktivistin gegen Kaution aus dem Gefängnis

Ana Paula Alminhana Maciel aus Brasilien durfte am Mittwoch als erste Aktivistin der Arctic 30 das Untersuchungsgefängnis in St. Petersburg verlassen. 

  • /

Greenpeace International hatte für Ana Paula die festgelegte Kaution in Höhe von umgerechnet 45.000 Euro hinterlegt. Unterdessen wurde am Mittwoch weiteren Aktivisten eine Freilassung gegen Kaution gewährt – unter ihnen der Kapitän der Arctic Sunrise, Peter Willcox (USA). Die Anklagen wegen "Rowdytums" und "Piraterie" haben weiterhin Bestand.

Ebenfalls auf freien Fuß nach Hinterlegung der Kaution darf der freiberufliche Videofilmer Kieron Bryan aus Großbritannien. Insgesamt ist die Freilassung gegen Kaution damit bislang für 18 Aktivisten und zwei Journalisten genehmigt worden. Für neun Aktivisten wurde die Kaution von jeweils zwei Millionen Rubel (rund 45.000 Euro) bereits hinterlegt.

Ob die Aktivisten nach ihrer Freilassung aus der Untersuchungshaft unter Hausarrest gestellt werden oder sich an ihrem Aufenthaltsort relativ frei bewegen dürfen, ist weiter unklar. An den gegen sie erhobenen haarsträubenden Anklagen wegen "Rowdytums" und "Piraterie" ändert sich nichts. Immer noch drohen allen Angeklagten langjährige Haftstrafen. Für den Aktivisten Colin Russell aus Australien ist zudem am Montag eine Verlängerung der Untersuchungshaft bis zum 24. Februar angeordnet worden.
Die Arctic 30, 28 Greenpeace-Aktivisten und zwei Journalisten, werden seit dem 19. September in Russland festgehalten. Ihre Untersuchungshaft sollte ursprünglich am 24. November enden. Weltweit gab es massive Proteste.

Der Geschäftsführer von Greenpeace International, Kumi Naidoo, bezeichnet den Prozess um den Vorwurf der Piraterie und des Rowdytums als Zirkus und hofft jetzt auf eine positive Entscheidung des Internationalen Seegerichtshofs in Hamburg. Dort wird am Freitag, den 22. November, über einen Antrag der Niederlande auf sofortige Freilassung der Arctic 30 und des Greenpeace-Schiffes Arctic Sunrise entschieden.

Für die Freilassung der Arctic 30 protestierten auch am vergangenen Wochenende Menschen weltweit. In 260 Städten in 43 Ländern fanden Kundgebungen statt. In Deutschland nahmen über zweitausend Menschen an Laternenumzügen zur russischen Botschaft und den russischen Konsulaten in sechs deutschen Städten teil.

Greenpeace fordert die sofortige Freilassung der Arctic 30. Unterstützen Sie die Forderungen mit einer Protestmail an den russischen Botschafter.

(Autoren: Hanno Groth, Sigrid Totz, Benjamin Borgerding)

Weiterführende Publikationen zum Thema

Report: Seismische Untersuchungen bedrohen Wale

Der Lärm seismischer Untersuchungen bei der Suche nach Öl wirkt sich negativ auf Meereslebewesen aus – so das Ergebnis eines neuen Berichts der Marine Conservation Research.

Zur Kampagne

Arktis-Pläne einfrieren!

Shell ist zurück in der Arktis. Vor der Küste Alaskas sucht der Konzern nach Öl – trotz hoher Risiken und internationaler Proteste.

Alle Artikel zu dieser Kampagne

Mehr zum Thema

Aufräumen am Ende der Welt

Plastikmüll an Stränden ist leider nichts Neues. Aber in der Arktis? Greenpeace barg an der Küste Spitzbergens bergeweise Kunststoff – Folgen einer ausufernden Fischereiindustrie.

12 Freunde

Die Kiezkicker vom FC St. Pauli unterstützen die Greenpeace-Kampagne zum Arktisschutz – und unterzeichneten als erster deutscher Profisportverein die Arctic Declaration.

Überraschender Besuch

Das Greenpeace-Schiff Arctic Sunrise trägt den Protest gegen die Ölbohrungen des Konzerns OMV in die Barentssee. Vor dessen Ölplattform flattern nun Banner: „Raus aus der Arktis!“