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Colin Russell nach wie vor in Untersuchungshaft

29 Aktivisten gegen Kaution aus Gefängnis entlassen

Phil Ball aus England verließ heute als Letzter der 29 auf Kaution freigelassenen Aktivisten das Gefängnis in St. Petersburg. Für den Australier Colin Russell wurde für Donnerstag ein neuer Termin vor Gericht anberaumt, bei dem ein Antrag auf Freilassung gegen Kaution angehört wird. Für Russell war die Untersuchungshaft bis Ende Februar verlängert worden.

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Noch ist es nicht sicher, ob die Aktivisten, die nicht aus Russland stammen, das Land verlassen und in ihre Heimatländer zurückkehren dürfen. Phil Balls Bruder Steve freut sich über das Ende der Untersuchungshaft:

“Es ist eine große Erleichterung zu wissen, dass er endlich draußen ist und mit seiner Familie und seinen Freunden sprechen kann. Unsere Gedanken sind auch bei Colins Familie – es ist toll zu sehen, dass Menschen aus aller Welt seine unverzügliche Freilassung fordern und ich hoffe, er kann die anderen 29 schnell wieder sehen.“

Dass Phil freigelassen wurde, seien „Neuigkeiten, auf die wir das ganze Wochenende gewartet haben“, sagte Ben Ayliffe von Greenpeace International: „Aber natürlich sind unsere Gedanken auch bei Colin Russell und seiner Familie. Es ist noch nicht vorbei und keiner von uns wird wirklich zufrieden sein, bevor alle Arctic 30 freigelassen und alle Anklagen fallen gelassen werden.“

Eine Bitte an den australischen Premierminister

Aus unklaren Gründen wurde für Colin Russell die Untersuchungshaft in der letzten Woche bis zum 24. Februar verlängert. Colins Frau Christine plant nun, demnächst mit ihrer Tochter Madeleine nach St. Petersburg zu reisen. In australischen Medien appellierte sie an den australischen Premierminister Tony Abbott: „Bitte [Tony Abbott], nehmen Sie den Hörer in die Hand und sprechen Sie mit Präsident Putin, bevor die Anhörung stattfindet.“ (Bitte unterstützen Sie die Forderung mit Ihrer Unterschrift hier.)

Am Freitag hatte der Internationale Seegerichtshof (ISGH) geurteilt, dass Russland die Arctic 30 und ihr Schiff, die Arctic Sunrise gegen eine von den Niederlanden gestellte Kaution in Höhe von 3,6 Mio. Euro freilassen muss. Greenpeace International erwartet, dass Russland sich dem Urteil fügen wird. Obwohl Russland die Zuständigkeit des Gerichts zunächst nicht anerkannt hat, kündigte das russische Außenministerium an, das Urteil zu prüfen und eine Antwort zu formulieren.

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