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25 Jahre nach Brent Spar: Shell, BP, Total - was passiert?

Time goes by.......Brent Spar leider wieder aktuell

Bereits stattgefunden!

Veranstalter

Thema

Meere
Endlager Umwelt
Umwelt & Gesellschaft
Wann?

Mittwoch, 27. Mai 2020
20:00 bis 21:30 Uhr

Wo?
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25 Jahre nach „Brent Spar“-Kampagne: Shell plant Nordsee mit 11.000 Tonnen Öl zu verschmutzen

Normalbetrieb der Plattformen der Ölkonzerne belastet Klima und Meer stark

 

Auch ein Vierteljahrhundert nach der „Brent Spar“-Kampagne, die am 30. April1995 begann, bedroht Shell weiterhin das Meer: Nach konzerneigenen Angaben will Shell nun die Reste von drei alten Plattformen mit 11.000Tonnen Öl in der Nordsee zurücklassen und deren toxischen Inhalt nicht umweltgerecht an Land entsorgen. Gegen diese Pläne protestierten Greenpeace-Aktivistinnen und Aktivisten mit dem Schiff Rainbow Warrior im Oktober 2019 im Brent-Ölfeld von Shell.

Shell reichte im vergangenen Jahr die Pläne zum Verbleib der 11.000 Tonnen Öl bei der britischen Regierung zur Genehmigung ein, die diese unterstütztund der OSPAR-Kommission (Übereinkommen zum Schutz der Meeresumwelt des Nordost-Atlantiks)  vorlegte. Eine Zustimmung könnte einen Präzedenzfall für andere Ölkonzerne schaffen. Die deutsche Regierung legte einen offiziellen Widerspruch gegen die Pläne ein, ebenso sprechen sich die Regierungen von Schweden, Belgien, Dänemark und den Niederlanden sowie die EU gegen den Verbleib von 11.000 Tonnen Öl im Meer aus. Das Ergebnis ist noch offen. Wenn das Öl aus den Betonsockeln der Plattformen in das Meer gelangt, ist die Bedrohung massiv: Öl isteine giftige Substanz, die krebserregende Stoffe enthält. Gelangen solche Stoffe in die Nahrungskette, werden Meereslebewesen und Menschen gefährdet.

Vor 25 Jahren wollte der Konzern bereits die Meere verschmutzen. Greenpeace protestierte 1995 erfolgreich im Brent-Ölfeld in der Nordsee, als Shell plante, die Öltank- und Verladeplattform „Brent Spar“ in den Nordost-Atlantik zu ziehen und dort zu versenken. Der Protest gegen die Versenkung der „Brent Spar“ erregte viel Aufmerksamkeit und sorgte dafür, dass Shell die Plattform umweltverträglich an Land entsorgte. Der politische Erfolg kam 1998, als die OSPAR-Staaten die Versenkung von Ölplattformen im Nordostatlantik verboten.

Die Nordsee ist eine riesige Industrielandschaft mit Hunderten von Öl- und Gasplattformen. Allein durch den Normalbetrieb werden Klima und Meerstark belastet. 2017 emittierten die Nordsee-Plattformen 30 MillionenTonnen CO2, das ist beinahe so viel wie die CO2 Emissionen Dänemarks im Jahr 2018, die bei 35,7 Millionen Tonnen lagen. Außerdem wurden durc hdie Nordsee-Plattformen 180.000 Tonnen Chemikalien und 9.000 Tonnen Öl eingeleitet. Dies entspricht den Mengen, die bei einem großenTankerunglück freigesetzt werden würden – Jahr für Jahr.

Die Nordsee braucht endlich langfristigen Schutz: Die EU muss einen Fahrplan zum Ende der Öl- und Gasindustrie in der Nordsee beschließen.Sonst sind die Ziele zum Meeresschutz sowie zum Klimaschutz nicht erreichbar.

 

Referent: Christian Bussau, Kampagne Hohe See, Andrea Gieseke (Moderation), Diana Becker (Moderation)

 

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