Zeit, zu handeln!

Kohleabbau bedroht Leben im Riff

Der Abbau von Kohle könnte das artenreiche UNESCO-Welterbe in Australien zerstören. Zeit, zu handeln!

Great Barrier Reef in Not

Die Profitgier der Kohleindustrie bedroht eines der sieben Weltnaturwunder unseres Planeten: das Great Barrier Reef. Doch es gibt Hoffnung: Die UNESCO könnte die zerstörerischen Pläne stoppen.

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Die australische Regierung wittert das große Geld in den riesigen Kohlevorkommen im Nordosten des Landes. Sie treibt deshalb die Industrialisierung der Küstenregion gnadenlos voran – und nimmt so die Zerstörung des Great Barrier Reef in Kauf.

Der Bau der Carmichael-Megamine und der Ausbau von Kohlehäfen wie in Abbot Point direkt am Riff sorgen weltweit für Empörung. Mehrere Millionen Tonnen Meeresboden müssten im Korallenriff ausgebaggert werden; die Verklappung des Baggergutes ist bis heute nicht geklärt.

Sicher ist jedoch schon jetzt: Die geplanten Eingriffe hätten gravierende Folgen für die mehr als 600 Korallenarten - und für das gesamte Riff-Ökosystem. Viele der Ausbaggerungsgebiete sind Lebensraum und Kinderstube von Riffbewohnern wie Schildkröten, Mantarochen und Delfinen. Auch ein Großteil der Seegraswiesen - Nahrungsgrundlage für die weltgrößte Seekuh-Population - wäre unwiederbringlich zerstört. Zudem würden hunderte Kohlefrachter täglich das Naturerbe durchqueren und damit das Risiko von Zusammenstößen und Ölverschmutzung erhöhen.

Kohle oder Riff – beides zusammen geht nicht!

Und das ist nicht alles: Die exportierte Kohle wird in den Abnehmerländern wie Indien und China den Klimawandel anheizen – einer der Hauptverursacher für das Korallensterben im Riff.  Bereits die Hälfte der Korallendecke ist in den vergangenen dreißig Jahren verschwunden.  Die Korallen bleichen in der zunehmend warmen und sauren Meeresumgebung aus. Sie zerfallen und wachsen nicht mehr nach. In einigen Jahren könnte die weltbekannte Korallenpracht des Great Barrier Reef mit seiner einzigartigen Artenvielfalt fast verschwunden  sein!

Hoffnung auf UNESCO als Hüterin des Welterbes

1981 hat das UNESCO-Komitee das Great Barrier Reef als Welterbe ausgezeichnet. Doch die Delegation ist besorgt um die Zukunft des Korallenriffs. Sie hat es bereits unter besonderen Beobachtungsstatus stellen lassen und gedroht, es auf die Rote Liste des gefährdeten Welterbes zu setzen. Formal wären die Kriterien dafür erfüllt.

Greenpeace-Jugendliche haben sich deshalb während der Bonner Welterbe-Komitee-Tagung Ende Juni dieses Jahres für den Schutz des Riffseingesetzt. Dabei übergaben zwei der Jugendlichen eine internationale Greenpeace-Petition an Dr. Maria Böhmer, Vorsitzende des Welterbe-Komitees. Mehr als 170.000 Menschen  hatten die Petition weltweit unterschrieben.

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Häufig gestellte Fragen

  • Wie wird der Klimawandel das Great Barrier Reef beeinträchtigen?

    Der Klimawandel wirkt sich im Riff auf zweierlei Weise aus: durch den Anstieg der Wassertemperatur, der in hohem Maß Korallenbleiche verursacht, und die Versauerung der Meere, die die Fähigkeit der Korallen zur Kalkskelettbildung beeinträchtigt. Kurz gesagt: Die Korallen bleichen aus und sterben. Die höhere Intensität und Häufigkeit von Stürmen, eine weitere mögliche Folge des Klimawandels, sowie der steigende Meeresspiegel bedrohen ebenfalls das Ökosystem im Great Barrier Reef. Eine Abnahme des Korallenbestands wird darüber hinaus die Artenvielfalt beeinträchtigen.

  • Es gibt doch bereits Minen und Häfen in diesem Weltnaturerbe. Auf ein Projekt mehr oder weniger kommt es da nicht an, oder?

    Wenn die Carmichael-Megamine realisiert wird, führt dies zu einem lebensbedrohlichen Domino-Effekt. Der Hafen in Abbot Point wird erweitert werden. Adani, das verantwortliche Unternehmen wird eine neue Schieneninfrastruktur bauen. Diese ebnet anderen Unternehmen den Weg, die ebenfalls Bergbaulizenzen für dieses Gebiet besitzen, diese jedoch bisher nicht nutzen. Durch das neue Schienennetz werden die Unternehmen die Möglichkeit haben, verstärkt Kohle abzubauen. Mehr Minen bedeuten: mehr Kohlefrachter und mehr Baggerarbeiten auf dem Meeresgrund des Great Barrier Reef, um Fahrrinnen auszuheben. Die Kohleverbrennung wird die Erderwärmung und die Versauerung der Meere erhöhen, Prozesse, die letztendlich das Great Barrier Reef zerstören.

  • Welche Banken unterstützen denn das Carmichael-Projekt?

    Bisher berät die Standard Chartered Bank aus Großbritannien die Adani Enterprises, und die Commonwealth Bank of Australia erstellt Finanzanalysen für die Standard Chartered Bank. Unseren Informationen nach hat sich bisher jedoch keine der beiden Finanzinstitutionen zu einer finanziellen Beteiligung verpflichtet.

  • Ich lebe nicht in Australien, warum sollte mich das Great Barrier Reef kümmern?

    Australien ist der Wächter des Great Barrier Reef, stellvertretend für uns alle. Das Korallenriff ist eines der weltweit artenreichsten und wichtigsten Ökosysteme im Meer. Seine Degradierung zum Industriegebiet wäre eine ökologische Katastrophe! Genau wie Sie es sich wünschen würden, dass alle Länder ihr Weltnaturerbe schützen, bitten wir Sie um Ihre Unterstützung: Wir möchten sicherstellen, dass die australische Regierung ihrer Verantwortung gerecht wird. 

  • Forderungen

    • Die UNESCO muss die australische Regierung überzeugen, das Great Barrier Reef besser zu schützen
    • Die Carmichael- Megamine darf nicht erschlossen werden
    • Der Kohlehafen in Abbot Point darf nicht ausgebaut werden