Keine Kredite für Kahlschlag

Regenwald in Gefahr

Die Regenwälder Indonesiens werden in erschreckendem Tempo ausradiert. Für Plantagen zerstört der Papierkonzern April riesige Waldflächen.

Millionen für Regenwald-Rodung

Der Papierkonzern April provoziert mit seinen großflächigen Rodungen in Indonesien Konflikte mit der lokalen Bevölkerung, gefährdet seltene Tierarten und heizt die Klimaerwärmung an.

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Geldinstitute wie die Banken Santander und ABN Amro vergeben bereits keine Kredite mehr an April. Die Schweizer Bank Credit Suisse unterstützt die Regenwaldzerstörer jedoch mit Krediten in Höhe von 50 Millionen US Dollar. 

Trauriger Spitzenplatz für April: Die Tochterfirma der RGE-Gruppe ist der zweitgrößte Papier- und Zellstoffproduzent Indonesiens – und die Nummer eins bei der Zerstörung der Regenwälder des Landes.

Mit dem Geld lässt April unter anderem Monokulturen anlegen; dafür müssen zehntausende Hektar Regenwald weichen. Auf den gerodeten Flächen werden meist Akazienplantagen angelegt für die Produktion von Papier- und Zellstoff; das Tropenholz aus den zerstörten Gebieten wandert in die Zellstofffabriken, um daraus billiges Papier und Verpackungen zu fertigen.

Aprils Umweltzerstörung ist seit Jahren bekannt. Ein 2012 von Eyes on the Forest veröffentlichter Bericht zeigt klar auf, dass der Konzern die Rechte der lokalen Bevölkerung verletzt; er holzt schützenswerte Wälder ab und rodet auf kohlenstoffreichen Torfmooren. Diese sind ein wichtiger Speicher für CO2. Durch die Entwässerung der Torfböden entweichen riesige Mengen des Kohlendioxids in die Atomsphäre. Indonesien ist auch wegen der Zerstörung von Regenwald und Torfmooren einer der größten CO2-Emittenten der Welt.

Auch deshalb muss die weitere Zerstörung des Regenwaldes gestoppt werden –  und dies alles sind Gründe, die gegen eine Kreditvergabe an April sprechen.

Credit Suisse verweist auf APRILs „Pro-Forma“ Nachhaltigkeits-Richtlinien

Das Finanzinstitut Credit Suisse lässt sich jedoch von Aprils Greenwashing-Strategie abspeisen. Laut Wirtschaftsprüfer KPMG hat April seine eigenen Umweltrichtlinien bei keiner der fünfzig Waldkonzessionen eingehalten, aus denen das Unternehmen sein Holz bezieht.

Credit Suisse selbst wirbt mit dem Motto „Credit Suisse cares for Climate“ – Credit Suisse kümmert sich um das Klima. Doch das Geschäft mit April zeigt, dass die Bank kurzfristige finanzielle Gewinne über die globalen Bestrebungen zur Minderung des Klimawandels stellt.

Banco Santander und ABN Amro reagieren – Credit Suisse muss nachziehen!

Jahrelange Kampagnenarbeit von Greenpeace und anderen NGOs hat gezeigt, dass Unternehmen wie April nur reagieren, wenn ihre Kunden Druck ausüben und beispielsweise ihre Verträge aussetzen.

Ein wichtiger Schritt also, dass sich die spanische Bank Santander und ABN Amro aus den Niederlanden von den Machenschaften des Papierherstellers distanzieren. Wir fordern deshalb Credit Suisse dazu auf, diesen Beispielen zu folgen und seine Geschäftsbeziehungen mit April so lange auszusetzen, bis der Konzern ambitionierte Waldschutz-Richtlinien einführt und diese auch glaubwürdig umsetzt.

Außerdem verlangen wir die Veröffentlichung der kompletten Sektorrichtlinien von Credit Suisse sowie eine vollständige Überprüfung und Verbesserung des internen Genehmigungsprozesses für Transaktionen. Nur so kann sichergestellt werden, dass Kredite für Regenwaldzerstörer wie April in Zukunft nicht mehr bewilligt werden.

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