Presseerklärung

REWE-Erdbeeren erneut über Pestizid-Grenzwert

Hamburg, 14.05.2003 – Erdbeeren der REWE-Supermarktkette minimal überschreiten erneut deutlich den gesetzlichen Pestizid-Grenzwert. Das hat ein unabhängiges Speziallabor im Auftrag von Greenpeace festgestellt. Bei der Untersuchung wurde eine Konzentration des Insektizids Tebufenpyrad gefunden, die den zulässigen Grenzwert für das Pestizid um mehr als das Dreifache überschreitet. Die aus Spanien stammenden Erdbeeren der Marke S.A.T. Grufesa waren mit 0,17 Milligramm Tebufenpyrad pro Kilo belastet. Das Pestizid ist in Deutschland nicht zugelassen.

Bereits vor zwei Monaten hatte Greenpeace Früherdbeeren verschiedener Supermarktketten auf Pestizidrückstände untersucht. Bei Erdbeeren eines Hamburger minimal-Marktes wurde eine Grenzwertüberschreitung um das Siebenfache festgestellt. Im gleichen Supermarkt kaufte Greenpeace am 7. Mai erneut Erdbeeren ein und wieder fand sich eine zu hohe Pestizidbelastung. Auch die Stiftung Warentest veröffentlichte vor einigen Tagen einen Pestizid-Test von Erdbeeren und stellte nur bei den Früchten eines REWE-Geschäftes ein Überschreiten des Grenzwertes fest. Nach drei Verstößen gegen das Lebensmittelgesetz in kürzester Zeit fordert Greenpeace den Konzern zum Handeln auf. REWE muss endlich dafür sorgen, dass bei den angebotenen Lebensmitteln zumindest die gesetzlichen Bestimmungen eingehalten werden.

"Der Verkauf dieser Früchte durch REWE ist gesetzwidrig. Die Erdbeeren müssen sofort vom Markt genommen werden", fordert Greenpeace-Chemieexperte Manfred Krautter. "Die Qualitätskontrolle des REWE-Konzerns ist offenbar miserabel. Der Konzern muss endlich sicher stellen, dass er keine pestizidbelastete Ware mehr verkauft und seine Kunden besser schützt."

Früherdbeeren gehören zu den Obstsorten, die am stärksten und häufigsten mit Pestiziden belastet sind. Weil der Lebensmittelhandel selbst nicht genug kontrolliert und die Behörden unzureichend überwachen, gelangen diese zum Teil gesundheitlich bedenklichen Früchte trotzdem auf den Tisch der Verbraucher. Bei Stichproben von Überwachungsbehörden aus dem Jahr 2001 wurden in über zehn Prozent der angebotenen Erdbeeren die Pestizid-Grenzwerte überschritten. Diese Ware dürfte nicht verkauft werden. "Erdbeeren sollte man nur kaufen, wenn sie bei uns reif sind. Grundsätzlich sind Bio-Lebensmittel die beste Wahl für eine gesunde und sichere Ernährung", empfiehlt Krautter.

Greenpeace fordert verstärkte Lebensmittelkontrollen durch den Lebensmittelhandel und die Behörden. Die Supermarktketten müssen sicher stellen, dass keine Ware angeboten wird, die Grenzwerte überschreitet. Grundsätzlich sollen nur rückstandsfreie Lebensmittel verkauft werden. Die Behörden müssen rigoroser gegen Verstöße vorgehen. Greenpeace fordert zudem ein Verbraucherinformationsgesetz, nach dem Grenzwertüberschreitungen in Lebensmitteln sofort unter Nennung der Markennamen und Hersteller öffentlich gemacht werden müssen.

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