Presseerklärung

Greenpeace-Aktivisten fordern Drosselung schädlicher Kohlekraftwerke

Protest gegen giftige Braunkohle

Köln, 21. 5. 2015 – Gegen giftige Braunkohle und den massiven Druck der Kohlelobby auf die Politik protestieren Greenpeace-Aktivisten auf der Jahrestagung des Bundesverbands Braunkohle (DEBRIV).

20 Aktivisten lassen ein sechs mal vier Meter großes Banner an schwarzen Luftballons mit dem Aufdruck „CO2“ vor dem Tagungshaus schweben. „Braunkohle zerstört das Klima – Schluss damit!“ steht auf der Protestflagge. Die Umweltschützer warnen davor, den dringend nötigen Klimaschutz den Lobbyinteressen der Kohleindustrie zu opfern. Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) scheint bei seiner Klimaschutzabgabe dem Drängen der Industrie nachzugeben und alte Kohlemeiler deutlich mehr schonen zu wollen. Damit gefährdet er Deutschlands Klimaziele und die Gesundheit der Menschen. Wie eine neue Greenpeace-Studie belegt, können Kohleemissionen allein in den Jahren 2020 bis 2029 bis zu 71.000 vorzeitige Todesfälle europaweit verursachen.

„Braunkohle fordert Todesopfer. Sowohl durch die giftigen Emissionen aus den Kohleschloten als auch durch die verheerenden Auswirkungen des Klimawandels“, sagt Niklas Schinerl, Energieexperte von Greenpeace. „Deutschlands Klimaziele lassen sich nur ohne schädliche Braunkohle erreichen – das weiß auch die Industrie. Unbeirrt versucht sie jedoch weiter ein totes Pferd zu reiten und verhindert den Klimaschutz.“

Gabriels Kohlepläne reichen nicht für deutsche Klimaziele

Energiekonzerne, Gewerkschaften und Teile der CDU kämpfen vehement dagegen, CO2-Emissionen aus Kohlekraftwerken zu drosseln. Doch Deutschland kann seine Klimaziele nur erreichen, wenn der Kohlendioxidausstoß aus der Kohleverstromung sinkt. Die Bundesregierung hat sich verpflichtet, die CO2-Emissionen bis zum Jahr 2020 um 40 Prozent gegenüber 1990 zu reduzieren. Dafür schlug Gabriel eine Klimaschutzabgabe auf alte Meiler vor. Doch nun soll der Kohlesektor nur noch 16 Millionen Tonnen statt der ursprünglich geplant 22 Millionen Tonnen CO2 einsparen. Zu wenig, um die Klimaziele noch zu erreichen.

Basierend auf Zahlen des Wissenschaftlichen Beirats für globale Umweltveränderungen  hat Greenpeace errechnet: Deutschland darf nur noch eine Milliarde Tonnen Braunkohle bis zum Jahr 2030 verfeuern, um seiner Verantwortung im weltweiten Klimaschutz gerecht zu werden. Drei Viertel der bereits genehmigten Braunkohlemengen in der Lausitz und im Rheinland müssen dafür im Boden bleiben

Das wäre auch gut für die Gesundheit: Eine Studie von Greenpeace und Europäischem Umweltbüro untersucht die in der EU derzeit diskutierten neuen Grenzwerte für Kohleemissionen. Die aktuellen laschen Vorschläge würden danach bis zu 71.000 vorzeitige Todesfälle, Hunderttausende Herz- und Atemwegserkrankungen, sowie einen verminderten Intelligenzquotienten bei Kindern verursachen. Auf die Gesellschaft kämen so Kosten von rund 52 Milliarden Euro zu. Die EU will Anfang Juni im spanischen Sevilla über die Emissionsvorgaben für Kohlekraftwerke ab dem Jahr 2020 entscheiden. 

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