Presseerklärung

Die Milch macht's, aber Geflügelproduzenten brauchen Nachhilfe

Neuer Greenpeace-Ratgeber "Essen ohne Gentechnik"

Hamburg, 20.10.2011 - Der Trend zu gentechnikfreien Eiern und Milchprodukten auf dem Lebensmittelmarkt hält an. Im aktualisierten Einkaufsratgeber "Essen ohne Gentechnik" (14. Auflage) listet die unabhängige Umweltschutzorganisation Greenpeace deutsche Firmen auf, die ohne gentechnisch veränderte Futterpflanzen produzieren. Während immer mehr Molkereien und Eierproduzenten auf eine gentechnikfreie Fütterung setzen, fällt die Geflügelfleischbranche zurück: Firmen wie Sprehe, Vossko oder Süddeutsche Truthahn AG verfüttern wieder Gen-Soja. Der Anbau von gentechnisch veränderten Pflanzen gefährdet die biologische Vielfalt und führt zu vermehrtem Pestizideinsatz. Greenpeace setzt sich daher gegen riskante Gen-Pflanzen auf dem Acker und dem Teller ein.
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Umfragen belegen, dass die meisten Verbraucher keine Lebensmittel wollen, die mit gentechnisch veränderten Pflanzen hergestellt werden, sagt Stephanie Töwe, Gentechnik-Expertin von Greenpeace. Doch vielen Geflügelfleischproduzenten scheint dieser Wunsch egal zu sein. Dabei sollte gerade die Geflügelbranche aus ihren Fehler lernen. Schlechte Tierhaltung, hoher Medikamenteneinsatz und Dioxin im Futter sorgen immer wieder für Empörung. Auf Gen-Pflanzen im Tierfutter zu verzichten, ist ein kleiner aber wichtiger Schritt für eine nachhaltige Produktion.

Greenpeace empfiehlt Lebensmittel aus naturnaher Landwirtschaft

Eier, Milch und Fleisch von Tieren, die gentechnisch veränderte Pflanzen gefressen haben, müssen nicht als Gen-Food gekennzeichnet werden. Hier hilft der Greenpeace-Einkaufsratgeber. Er zeigt, welche Unternehmen bereits Gen-Pflanzen vermeiden und welche dies planen. Seit September wird zum Beispiel die zweitgrößte Käsemarke Deutschlands Grünländer mit dem Ohne Gentechnik-Siegel ausgelobt.

Aber der Ratgeber nennt auch jene Molkereien, die keine Gentechnikfreiheit garantieren wollen. Dazu zählen Bärenmarke und Weihenstephan, die ihre Molkereiprodukte mit Bildern von grünen Wiesen und Alpenpanorama bewerben. Die Milchkühe der Hersteller bekommen jedoch importierte und genmanipulierte Futterpflanzen zu fressen und haben zumeist weder Alpen noch Wiesen in ihrem Leben gesehen.

Der Einkaufs-Ratgeber Essen ohne Gentechnik wurde bereits in 3,4 Millionen Exemplaren verteilt. Er gibt keine Auskunft darüber, wie genannte Firmen mit dem Thema Tierschutz umgehen. Artgerechte Tierhaltung ist und bleibt aber auch für Greenpeace eine zentrale Forderung bei der Fleisch- und Milcherzeugung.

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