Presseerklärung

Nestlé, Nescafé, Gentechnik-Kaffee!

Zürich, 05.04.2006 - Der Schweizer Lebensmittel-Multi Nestlé, der heute in Zürich seine Generalversammlung abhält, ist seit Ende Februar im Besitz eines Patentes auf Gentechnik-Kaffee. Am 22. Februar 2006 erteilte das Europäische Patentamt Nestlés Gentechnik-Kaffee-Patent (EP1436402). Das Patent erstreckt sich unter anderem auf eine neu eingeführte Eigenschaft in der Kaffee-Pflanze: In den Pflanzen soll eine Enzym blockiert werden, um das Kaffee-Pulver besser löslich zu machen. Nestlé ist mit seiner Marke Nescafé weltweit der führende Vermarkter von löslichem Kaffee. In vielen Teilen der Welt hat der Konzern seinen Verzicht auf Gen-Food öffentlich erklärt. Mit dem Erwerb solcher Patente zeigt sich jedoch, dass die Risiko-Technologie weiterhin aus wirtschaftlichen Interessen verfolgt wird.

"Nestlé bringt mit diesem Patent seine Marke Nescafé in Verruf", sagt Christoph Then, Gentechnik-Experte von Greenpeace. "Wer will schon löslichen Kaffee trinken, wenn er weiß, dass der Hersteller daran arbeitet, genmanipulierte Bohnen beizumischen? Das Patent zeigt auch, wie gierig der weltgrößte Lebensmittelkonzern beim Griff nach der Kontrolle in der Lebensmittelherstellung ist: Es wurden gleich ganze Kaffee-Sträucher als Erfindung mit patentiert, um neue Monopole im Anbau zu schaffen."

Das Patent umfasst das technische Verfahren, die genmanipulierten Pflanzen und die Verwendung der Kaffeebohnen zur Herstellung von löslichem Kaffee. Nestlé hat weiterhin Patente auf unter anderem genmanipulierte Joghurt-Bakterien und Gen-Kakao angemeldet. Einige der Patente sind in Europa bereits erteilt. Greenpeace fordert den Konzern auf, das Patent zurückzuziehen, weil es gegen die Interessen der Verbraucher verstößt und die Patentierung von ganzen Kaffepflanzen eine verdeckte Form der Biopiraterie ist.

"Gentechnik-Kaffee hat aber weder auf Kaffee-Feldern noch auf dem Frühstückstisch etwas verloren", sagt Then. "Wie sich die veränderten Eigenschaften im Kaffee-Genom auswirken, ist bisher nicht ausreichend untersucht. Die Risiken für Umwelt und Gesundheit sind nicht zu verantworten."

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