Presseerklärung

Greenpeace-Aktivisten protestieren erneut für Einschlagstopp im Spessart

Mehrheit der Hessen und Bayern fordert mehr Waldschutz

Hamburg, 02.03.2012 - 63 Prozent der Menschen in Bayern und 57 Prozent der Hessen wollen mehr Schutz für ihre Wälder. Dies ergab eine repräsentative Meinungsumfrage des Forsa-Instituts im Auftrag von Greenpeace. Um diese Forderung zu unterstützen, protestieren Greenpeace-Aktivisten seit heute Morgen im bayerischen Spessart für einen Einschlagstopp.

Zwischen zwei Buchen haben Kletterer ein sechs mal neun Meter großes Banner befestigt mit der Aufschrift: Bürger fordern: Schützt mehr Wald!. Die Menschen in Bayern und Hessen haben verstanden, dass die Länder zu wenig für Wälder und Naturschutz tun, sagt Martin Hofstetter, Sprecher von Greenpeace. Industrielle Forstwirtschaft und nachhaltige Waldnutzung schließen sich aus. Das kann man in den Wäldern überall beobachten, auch wenn der Vorstand der Bayerischen Staatsforsten es immer wieder anders behauptet.

Besonders junge Menschen kritisieren, dass zu wenig für den Wald getan wird. Für 75 Prozent der Hessen und 67 Prozent der Bayern zwischen 18 und 29 Jahren gibt es in Deutschland zu wenig Waldschutzgebiete. 91 Prozent der Menschen in Bayern und Hessen sind davon überzeugt, dass geschützte Wälder einen Beitrag für den Klimaschutz leisten. Einen besonders wertvollen Teil der Wälder, den bayerischen Spessart, erfassen Greenpeace-Aktivisten seit einem Monat elektronisch. Mehr als 10.000 über 140-jährige Bäume konnten sie bisher zählen. Für Klima- und Artenschutz haben diese alten Laubwälder eine herausragende Bedeutung. Die Auswertung der Daten wird Greenpeace in einem Report veröffentlichen. Bayern gibt dem Bund als einziges Bundesland keine Auskunft über seine öffentlichen Wälder. Die Bayerischen Staatsforsten (BaySF) industrialisieren und zerstören die alten Wälder systematisch. Die Umfrageergebnisse sind ein klarer Handlungsauftrag an die Landesregierungen, den Waldschutz im öffentlichen Wald deutlich zu verbessern, so Hofstetter.

Einmalige Wälder sind in Gefahr

Gerade von den Menschen im Spessart gibt es positive Rückmeldungen und Unterstützung für die Greenpeace Kampagne. Unser besonderer Dank geht an die vielen Menschen in Heigenbrücken, Rothenbuch und in der Region, die unser Waldcamp und unsere Arbeit enorm unterstützt haben, sagt Hofstetter. Die Menschen sehen ja selbst, dass die einmaligen Spessart-Wälder durch das profitorientierte Wirtschaften der BaySF gefährdet sind. Der Wald gehört aber den Bürgern - nicht dem Vorstand der BaySF oder der Holzindustrie.

Die Forsa hatte im Zeitraum vom 8.-19. Dezember 2011 in Bayern und Hessen 1006 Menschen befragt, ob es ihrer Ansicht nach genügend Natur- und Waldschutzgebiete gibt und ob diese zum Klimaschutz beitragen. Bis der Wunsch der Menschen nach mehr Waldschutz umgesetzt ist, fordert Greenpeace einen sofortigen Einschlagstopp für alte Buchen- und Laubwälder in öffentlichem Besitz.

Rotbuchenwälder im Verbund schützen

Schutz der Buchenwälder: Greenpeace und andere Umwelt- und Naturschutzverbände fordern mindestens zehn Prozent der Waldfläche Deutschlands dauerhaft aus der Nutzung zu nehmen.

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