Presseerklärung

Kommentar: Unterbrechung der aktuellen Pilotversuche zum Tiefseebergbau im Pazifik

Hamburg /Clarion-Clipperton-Zone, Pazifik, 28. 4. 2021 – Die derzeit im Pazifik laufenden Pilotversuche für künftigen Tiefseebergbau mussten nach Aussage des zuständigen belgischen Bergbauunternehmens Global Sea Mineral Resources unterbrochen werden. Aufgrund eines Kabelschadens befindet sich die für den Abbau von Manganknollen am Meeresboden eingesetzte Maschine, der 25 Tonnen schwere so genannte Knollenkollektor „Patania II“, in 4.500 Metern Tiefe auf dem Grund des Ozeans. Nach einer Testreihe im belgischen Lizenzgebiet sollten die Pilotversuche in den kommenden Tagen im deutschen Lizenzgebiet fortgeführt werden. Ob dieses Vorhaben weiterhin stattfinden kann, ist unklar. Es kommentiert Greenpeace-Meeresbiologin Sandra Schöttner:

„Offensichtlich ist, dass die Industrie technisch nicht in der Lage ist, den Meeresboden auszubeuten. Die Technik ist nicht beherrschbar und gefährlich für die Umwelt. Der Tiefseebergbau muss jetzt gestoppt werden, bevor schwerer Schaden an der Natur entsteht, den die Menschheit nicht mehr beheben kann. Wir brauchen endlich einen globalen Ozeanvertrag, der diese Risiken verhindert und große Gebiete für industrielle Aktivitäten sperrt. Die Bundesregierung muss nun Konsequenzen ziehen und ihr Vorhaben beim Tiefseebergbau stoppen."

Anmerkungen:

  • Die Vereinten Nationen verhandeln über einen globalen Vertrag zum Schutz der Hohen See, der die rechtlichen Voraussetzungen schaffen kann, um bis 2030 mindestens 30 Prozent der Weltmeere zu schützen. Dieses Netz vollständig geschützter Meeresregionen ist dringend notwendig, um das Überleben sämtlicher Meereslebewesen zu sichern, Ökosysteme zu stabilisieren und die Klimakrise zu bewältigen.
  • Die Firma GSR scheiterte bereits im Jahr 2019 mit Pilotversuchen der „Patania II“. Damals musste das Unternehmen die Erprobung wegen einer Beschädigung des Kommunikations- und Stromkabels des Fahrzeugs ("Umbilical Cable") abbrechen.

Rückfragen

Achtung Redaktion!
Rückfragen bitte an:

Cornelia Deppe-Burghardt

Pressesprecherin: Schutz der Meere

Phone

0151-14533087

Dr. Sandra Schöttner

Meere und Biodiversität

Phone

040-30618-332