Presseerklärung

Provinzregierung würdigt Einsatz für Pestizidreduktion und nachhaltige Landwirtschaft

Greenpeace wird mit Preis von Almeria ausgezeichnet

Berlin, 08.02.2008 - Der Einsatz von Greenpeace für eine nachhaltige und verantwortungsvollere Landwirtschaft wurde gestern Abend mit dem Preis von Almeria 2008 ausgezeichnet. Provinzregierung, Handelskammer und namhafte Obst- und Gemüseproduzenten der südspanischen Region Almeria würdigen mit der Preisvergabe den Erfolg der Greenpeace-Kampagne "Essen ohne Pestizide". Tests der Umweltschutzorganisation hatten bei Lebensmitteln aus der Region zu hohe Belastungen mit Pestiziden nachgewiesen. Dem darauf folgenden Absatzeinbruch für Produkte aus Almeria begegnet die Region nun mit einem Umbau der Landwirtschaft. Dabei wird der Einsatz von Pestiziden reduziert und umweltverträglichere Anbaumethoden werden gefördert.
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"Wir freuen uns, dass unsere Arbeit für eine nachhaltige Landwirtschaft und Essen ohne Pestizide durch eine der wichtigsten Agro-Regionen Europas anerkannt wird", sagt Manfred Krautter, Leiter der prämierten Greenpeace-Pestizidkampagne. "Es bleibt aber noch viel zu tun. Ein Kurswechsel in Almeria war überfällig. Denn dort und in vergleichbaren Regionen mit industrialisiertem Anbau von Obst und Gemüse gibt es bis heute große Umweltprobleme. Hinzu kommen Defizite beim Arbeitsschutz und bei den Sozialstandards für die Landarbeiter. Für den Schutz der Verbraucher müssen Pestizidrückstände noch deutlich gesenkt werden."

Der Trend zu einer verantwortungsbewussten Landwirtschaft macht sich bei der Sicherheit der Lebensmittel für Verbraucher offenbar noch nicht bemerkbar. Die Lebensmittelzeitung berichtet in ihrer heutigen Ausgabe unter Berufung auf Untersuchungen des Landes Nordrhein-Westfalen von "katastrophalen Missständen" bei einigen von Aldi, Lidl, Plus, Rewe oder Edeka verkauften Obst- und Gemüsesorten. Bioware sei dagegen nicht beanstandet worden. "Der Schlendrian der Handelsketten ist inakzeptabel. Die Supermärkte müssen durchgreifen", fordert Krautter.

Aus Andalusien, dessen Provinz Almeria ist, stammt ein Großteil des in Deutschland im Winter verzehrten Gemüses wie Paprika, Tomaten, Gurken und Blattsalate. Aufgrund der Greenpeace-Untersuchungen, die eine starke Belastung mit Pestiziden aufgedeckt hatten, stehen die deutschen Supermarktketten sowie der Obst- und Gemüseanbau massiv unter Druck. Inzwischen werden dort statt giftiger Spritzmittel vermehrt Nutzinsekten eingesetzt, die Schädlinge einfach wegfressen. Auch Biolandbau und integrierte Landwirtschaft nehmen zu.

Die spanische Regierung fördert den Umbau in diesem Jahr mit 300 Millionen Euro. "In der Anbausaison 2007/08 konnten wir die nachhaltig bewirtschaftete Fläche auf 11.500 Hektar steigern - im Gegensatz zu 538 Hektar nur ein Jahr zuvor", sagt die Geschäftsführerin des andalusischen Agrarverbandes Hortyfruta, María José Pardo.

Der Preis von Almeria 2008 in der Kategorie Organisation wurde Greenpeace in Form einer Marmorskulptur am gestrigen Abend anlässlich einer Zeremonie in Berlin verliehen. Dort findet zurzeit die weltweit größte Messe für Obst und Gemüse Fruit Logistica statt.

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