Presseerklärung

Agrarpolitik wird Herausforderungen nicht gerecht

Greenpeace veröffentlicht sieben Grundsätze für eine bessere Landwirtschaft

Hamburg, 20. 5. 2015 – Während Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt (CSU) heute in Berlin den Agrarbericht der Bundesregierung präsentiert, bietet Greenpeace einen Gegenentwurf: In einem neuen Bericht stellt die unabhängige Umweltschutzorganisation in sieben Grundsätzen ihre Vision einer zukunftsfähigen und ökologisch nachhaltigen Landwirtschaft vor.

„Die Agrarpolitik fördert immer noch massiv eine kranke industrialisierte Landwirtschaft“, sagt Dirk Zimmermann, Landwirtschaftsexperte von Greenpeace. „Umwelt- und Ressourcenschutz sind Ziele auf dem Papier, die Bundesregierung verfehlt sie jedoch. Nitrat aus der Massentierhaltung belastet das Grundwasser, der Einsatz von immer mehr Pestiziden bedroht die Artenvielfalt.“

So läuft ein Vertragsverletzungsverfahren der EU-Kommission gegen Deutschland wegen Nitratbelastung der Gewässer. Der Industrieverband Agrar meldete für 2014 eine Umsatzsteigerung der Anbieter von Pflanzenschutzmitteln von 6,2 Prozent auf 1,6 Milliarden Euro. „Wir brauchen eine radikale Wende. Die Zukunft der europäischen und deutschen Landwirtschaft liegt in den Händen von Bio-Bauern. Nur eine gesunde Landwirtschaft kann gesunde Lebensmittel produzieren“, sagt Zimmermann.

Politik muss handeln – sieben Grundsätze

Die Erzeugung von ausreichend gesunden Lebensmitteln und deren gerechte Verteilung ist eine zentrale Herausforderung des 21. Jahrhunderts. Greenpeace zeigt auf, dass nur eine an ökologischen Prinzipien ausgerichtete innovative und moderne Landwirtschaft die Zukunft der Welternährung sichern kann.

Der neue Greenpeace-Report benennt sieben Grundsätze für eine zukunftsfähige Landwirtschaft: 1. Erzeuger und Verbraucher sollten über die Lebensmittelproduktion entscheiden und den Konzernen die Kontrolle entziehen. 2. Arbeitende in der Landwirtschaft weltweit müssen von ihrer Tätigkeit leben können, um gute und gesunde Lebensmittel zu produzieren. 3. Für eine gerechte Verteilung von Essen für alle müssen höhere Erträge mit ökologischen Mitteln erzielt und die nicht-nachhaltige Nutzung verringert werden (Lebensmittelabfälle reduzieren, Fleischkonsum einschränken, Flächen für die Bioenergiegewinnung minimieren). 4. Vielfalt vom Saatgut bis zum Teller ist Grundlage für stabile Erträge und für umweltschonende Anbaumethoden. 5. Böden und Wasser müssen geschützt werden. 6. Landwirte setzen keine chemisch-synthetischen Pflanzenschutzmittel ein. 7. Ökolandbau verleiht landwirtschaftlichen Betrieben und unserem Ernährungssystem die Fähigkeit, sich schnell und effektiv an neue klimatische und wirtschaftliche Bedingungen anzupassen.

Greenpeace fordert Bundeslandwirtschaftsminister Schmidt auf, eine nachhaltige  und ökologische Landwirtschaft zu unterstützen und die Forschung zu alternativen sowie nichtchemischen Methoden in der Landwirtschaft zu fördern.

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