Presseerklärung

Autohersteller lehnt Filter gegen Krebs erregende Abgase ab

Greenpeace-Trauerzug bei DaimlerChrysler-Feier

Berlin, 2. 10. 2002 – Mit einem Trauerzug aus zehn Bestattungswägen, neun-köpfiger Kapelle und Trauergemeinde begleitet Greenpeace heute Vormittag die Hundertjahrfeier des DaimlerChrysler-Werks in Berlin-Marienfelde. Mit der Zeremonie unter dem Motto "Diesel macht Krebs - Mercedes macht mit", erinnert Greenpeace daran, dass die Feierlichkeiten von dem alljährlichen Krebstod mehrerer tausend Menschen in Deutschland überschattet sind. Diese sterben an den Folgen der unfreiwilligen Inhalation von Rußpartikeln aus Dieselautos. Bis heute weigert sich jedoch DaimlerChrysler wie alle deutschen Autohersteller, Dieselfahrzeuge mit Rußfiltern aus- bzw. nachzurüsten.

"Es ist ein Skandal, dass DaimlerChrysler wissentlich die Krebs auslösende Wirkung ungefilterter Dieselmotoren in Kauf nimmt", sagt Greenpeace-Sprecher Günter Hubmann vor Ort in Berlin. "Die Wagen werden mit allerlei sinnlosem Schnickschnack aufgerüstet, aber nicht mit den dringend erforderlichen Reinigungssystemen. Das muss sich ändern. Die Autoindustrie muss alle Diesel-Neuwagen mit Filtern ausstatten und ältere Fahrzeuge nachrüsten." Zudem sollte die Bundesregierung mit Steuervergünstigungen die Nachrüstung von Dieselfahrzeugen unterstützen.

Vergangene Woche hat Greenpeace vorgeführt, dass Dieselruß schon lange aus den Abgasen deutscher PKW gefiltert werden könnte. Zusammen mit dem Rheinisch Westfälischen TÜV hat Greenpeace einen Mercedes-Jahreswagen C 220 mit Filterkomponenten "von der Stange" nachgerüstet, die bereits auf dem Markt sind. Das Ergebnis: Nur noch ein Fünftausendstel der Partikel kommt aus dem Auspuff des umgebauten Mercedes, dessen serienmäßiges Vergleichsmodell immer noch schwarzen Ruß ausstößt.

Deutsche Diesel-PKW stoßen jedes Jahr fast 9000 Tonnen Ruß aus. Nach Berechnungen des Heidelberger Umwelt- und Prognoseinstituts verursacht der Dieselruß jährlich etwa 7000 Todesfälle durch Lungenkrebs und ein Mehrfaches davon an anderen Gesundheitsschäden, wie Herz-, Kreislauf- und Atemwegserkrankungen. Während DaimlerChrysler, als einer der führenden Herstellern von Dieselautos, die neue Dieselgeneration als Inbegriff des technischen Fortschritts preist, bezeichnen führende Experten die Partikel im Dieselruß als Ursache des "derzeit wichtigsten Problems der Luftverschmutzung" (Sachverständigenrat für Umweltfragen).

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