Presseerklärung

Weltozeantag: 65.000 Unterschriften gegen Überfischung

Greenpeace protestiert mit nachgebautem Fischtrawler vor dem Brandenburger Tor

Berlin, 07.06.2012 - Aus Protest gegen die fortschreitende Überfischung der Meere, verschrotten Greenpeace-Aktivisten symbolisch einen nachgebauten Fischereitrawler vor dem Brandenburger Tor. Die elf Meter hohe und 25 Meter lange Trawlerattrappe steht für die viel zu große europäische Fischereiflotte.
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Anlässlich des morgigen Weltozeantags übergeben die Aktivisten anschließend am Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz 65.000 Unterschriften für Bundesministerin Ilse Aigner (CSU). Die Unterzeichner fordern Aigner auf, sich für den Abbau der übergroßen Fangflotte einzusetzen. In den kommenden Monaten soll die gemeinsame europäische Fischereipolitik reformiert werden. Ilse Aigner muss sich endlich für den Abbau der Überkapazitäten einsetzen. Wer wider besseren Wissens die Augen verschließt, macht sich mitschuldig, sagt Thilo Maack, Meeresbiologe von Greenpeace.

EU-Trawler fischen weltweit

Für den schlechten Zustand der Fischbestände sind vor allem die Flottenüberkapazitäten verantwortlich. Die europäische Fangflotte hat eine bis zu dreimal höhere Fangkapazität als eine nachhaltige Fischerei verträgt. Daher sind viele Fischbestände in EU-Gewässern bereits massiv überfischt. Die EU-Trawler fischen immer häufiger in anderen Meeresregionen, wie beispielsweise vor der Küste Westafrikas. Hier beuten sie die Nahrungsgrundlage der Küstenbevölkerung aus. Greenpeace fordert Ministerin Ilse Aigner auf, sich am kommenden Dienstag, 12. Juni 2012 beim Sondergipfel der europäischen Fischereiminister in Luxemburg für einen Abbau der EU-Fischereiflotte einzusetzen.

Bereits im Juni 2009 bescheinigte die europäische Kommission der gemeinsamen Fischereipolitik ein Versagen auf ganzer Linie. Fast neun von zehn europäischen Speisefischbeständen seien überfischt. Ein Paradigmenwechsel in der Fischereipolitik sei die einzige Möglichkeit die Fischbestände zu erhalten und damit auch der Fischereiwirtschaft eine Zukunft zu geben. Als Hauptproblem wurden schon damals die Überkapazitäten der Fangflotte identifiziert.

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