Presseerklärung

100 Jugendliche fordern in Potsdam Stopp weiterer Tagebaue

Greenpeace-Jugend demonstriert für Zukunft statt Kohle

Potsdam, 20. 6. 2014 – Mit einem Demonstrationszug von der Landeszentrale der Linken zum Brandenburger Landtag protestieren 100 junge Greenpeace-Aktivisten am morgigen Samstag ab 11 Uhr gegen die Braunkohlepolitik der rot-roten Landesregierung.

SPD und Linke hatten Anfang Juni den Weg frei gemacht für den Tagebau Welzow-Süd II. Die Jugendlichen aus ganz Deutschland tragen Banner und selbstgemalte Schilder mit Slogans wie „Kohle ist kein Grund zum Anbaggern!“ Mit Trommeln, Trillerpfeifen und über Megaphon-Ansagen protestieren sie gegen die politische Zustimmung des Brandenburger Kabinetts. „Tagebau ist Zukunftsklau! Die Politik verschließt die Augen vor der Realität: Die Energiewende macht Kohle mittelfristig überflüssig“, sagt Pia Ruminski (20 Jahre) aus Hannover. „Wer den Klimawandel und die Energiewende ernst nimmt, muss weitere Tagebaue jetzt stoppen.“

Der schwedische Energiekonzern Vattenfall will in der Lausitz fünf zusätzliche Braunkohlegruben eröffnen. Ganzen Dörfern wie Proschim droht dadurch die Zerstörung, mehr als 3000 Menschen sollen aus ihrer Heimat vertrieben werden. Dabei reicht die in den schon genehmigten Tagebauen lagernde Braunkohle, um die Kraftwerke der Region bis in die 2030er Jahre zu befeuern. Mit weiteren Tagebauen würde bis über die Mitte des Jahrhunderts hinaus in der Lausitz Braunkohle verstromt werden. Dabei haben der Abbau und die Verstromung von Braunkohle katastrophale Folgen für Mensch und Natur. Kein anderer Energieträger ist so klimaschädlich. Feinstaub und Schwermetalle aus den Kraftwerksschloten schaden der Gesundheit von Tausenden von Menschen. Die Tagebaue selbst sorgen noch Jahrzehnte nach ihrer Schließung dafür, dass Rostschlamm Flüsse braun färbt und die Versauerung Wassertiere und -pflanzen absterben lässt. Greenpeace fordert einen Ausstieg aus der Braunkohle bis zum Jahr 2030 und aus der Kohle insgesamt bis zum Jahr 2040.

Internationale Menschenkette gegen Kohle am 23. August

Nicht zustande kamen angefragte Treffen mit Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) sowie Finanzminister Christian Görke, dem Vorsitzenden der Linksfraktion. Beide nahmen sich keine Zeit, um gemeinsam mit den Jugendlichen über eine zukunftsfähige Energiepolitik zu diskutieren. Auch schickten die Politiker keinen Vertreter. „Woidke und Görke verheizen mit ihrer rückwärtsgewandten Energiepolitik unsere Zukunft. Traurig, dass sie uns noch nicht mal erklären wollen, warum“, so Marie Osterloh (16 Jahre) aus Potsdam.

Der Widerstand gegen die Braunkohle wächst. Für den 23. August ruft ein breites Bündnis aus lokalen Bürgerinitiativen, Kommunen und Umweltverbänden zur ersten deutsch-polnischen Anti-Kohle-Kette auf. Eine kilometerlange, internationale Menschenkette wird das polnische Dorf Grabice über die Neiße mit Kerkwitz in Brandenburg verbinden. Beide Orte drohen das Opfer weiterer geplanter Tagebaue zu werden.

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