Presseerklärung

Greenpeace führt Tempo 120 auf Autobahn A3 ein

Düsseldorf/Hamburg, 13.07.2007 - Aktivisten der Umweltschutzorganisation Greenpeace haben am Freitagmorgen auf einem 16 Kilometer langen Abschnitt der Autobahn A3 zwischen dem Kreuz Hilden und dem Kreuz Duisburg-Kaiserberg ein Tempolimit für den Klimaschutz eingeführt. In beiden Fahrtrichtungen der bisher unlimitierten Strecke wurden an den Leitplanken Verkehrsschilder mit der Aufschrift "120 - Klimaschutz" angebracht.

Die Greenpeace-Aktivisten handeln damit in sogenannter Geschäftsführung ohne Auftrag für Verkehrsminister Wolfgang Tiefensee, der sich bisher weigert, ein flächendeckendes Tempolimit auf deutschen Autobahnen einzuführen. Umweltschützer hatten seit dem 18. April schon auf Autobahnteilstücken in Baden-Württemberg, Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern eine Geschwindigkeitsbeschränkung eingeführt.

"Deutschland leistet sich als einziges Industrieland der Welt weiterhin unbeschränkte und CO2-treibende Raserei", sagt Marc Specowius, Verkehrsexperte von Greenpeace. "Es ist ein ungeheurer Zynismus, dass Minister Tiefensee ein Tempolimit blockiert. Er verantwortet damit Jahr für Jahr hunderte von zusätzlichen Verkehrstoten, tausende von Verletzten und mehrere Millionen Tonnen Treibhausgase. Da die zuständigen Politiker bisher immer nur reden, handelt Greenpeace jetzt!"

Auf 12.300 Kilometern Autobahn in Deutschland werden rund ein Drittel aller PKW-Kilometer gefahren. Zwei Drittel der Strecken haben nach Angaben der Bundesregierung keine Geschwindigkeitsbeschränkung. Ein allgemeines Tempolimit ist die schnellste und günstigste Maßnahme zur Reduzierung von Treibhausgasen im Verkehrsbereich.

Mit seiner Einführung könnten die Kohlendioxid-Emissionen von PKW auf deutschen Autobahnen sofort um neun Prozent reduziert werden. Keine andere direkte Maßnahme hat ein annähernd großes Potential. Rund 60 Prozent der deutschen Bevölkerung sind laut einer aktuellen Forsa-Umfrage für ein Tempolimit auf Autobahnen.

Ein Tempolimit ist Grundvoraussetzung und Signal an die Autoindustrie für den Bau sparsamerer Autos. Niedrigere Geschwindigkeiten ermöglichen den Einbau leichterer Motoren, die Sicherheit der Insassen kann mit geringerem Aufwand und Fahrzeuggewicht sichergestellt werden. Dieses Downsizing der Fahrzeuge könnte die CO2-Emissionen von PKW in kürzester Zeit halbieren - ein deutlich größerer Effekt als alle zurzeit diskutierten CO2-Grenzwerte für Autos.

Greenpeace sammelt zurzeit bundesweit Kaufabsichtserklärungen für besonders spritsparende Autos. Verbraucher erklären mit ihrer Unterschrift, zukünftig nach dem SmILE-Prinzip (Small, Intelligent, Light, Efficient) gebaute PKW kaufen zu wollen. Ein von Greenpeace nach diesem technologischen Konzept umgebauter serienmäßiger Renault Twingo hat bisher mehr als 80.000 Kilometer bei Testfahrten zurückgelegt. Der Durchschnittsverbrauch liegt bei drei Litern auf 100 Kilometer und damit um 50 Prozent niedriger als beim Serienauto.

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