Presseerklärung

Greenpeace-Flaggschiff Esperanza verfolgt Plutoniumfrachter vor Südafrika

Kapstadt, 19.08.2002 – Das Greenpeace-Flaggschiff Esperanza hat heute den umstrittenen Plutoniumfrachter, der sich auf seinem Weg von Japan nach Großbritannien befindet, vor der südafrikanischen Küste aufgespürt. Mit Schlauchbooten begleiteten Aktivisten die "Pacific Pintail" und protestierten gegen den Transport. Die britische Firma BNFL hatte das waffenfähige Plutonium 1999 an Japan verkauft. Greenpeace-Recherchen ergaben damals, dass BNFL gefälschte Daten über die Sicherheit des Atombrennstoffes herausgegeben hatte. Daraufhin verlangte die japanische Regierung, dass der Brennstoff nach Großbritannien zurückgehen müsse.

"Die Atomindustrie ist für jeden von uns eine Gefahr. Auf dem bald beginnenden Weltgipfel müssen die Regierungschefs endlich ein Signal setzen, gegen jede Art von schmutziger Energie. Atomkraft, Öl und Kohle sind alles andere als nachhaltige Energien und dürfen nicht länger subventioniert werden", sagt Tom Clements, Atomexperte von Greenpeace International. Rund 100 Millionen Euro kostet das Verschiffen des Plutoniums von Japan nach Großbritannien. Wegen ihrer gefährlichen Fracht wird die Pacific Pintail während der gesamten Fahrt von einem Begleitschiff eskortiert. "Anstatt dieses Geld sinnvoll für erneuerbare Energien auszugeben, wird es für die Atomindustrie verschwendet", kritisiert Clements.

Greenpeace fordert einen sofortigen Stopp von Plutoniumtransporten im Pazifik. Unterstützt wird die Umweltschutzorganisation dabei von den 78 AKP-Staaten (Afrika, Karibik und Pazifik), die vergangenen Monat eine Erklärung gegen das Verschiffen von Plutonium unterschrieben haben. Als AKP-Mitglied und Gastgeber des Weltgipfels muss Südafrika eine führende Rolle spielen, wenn es darum geht, künftige Plutoniumtransporte zu verhindern.

Die britische BNFL weigert sich nach wie vor, mögliche Auswirkungen des Plutoniumtransportes auf die Umwelt untersuchen zu lassen. Staaten, durch deren Hoheitsgewässer der Transport führt, wurden vorab nicht informiert, so dass keine Notfallpläne vorliegen.

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