Presseerklärung

Aktivisten protestieren an Münchener Staatskanzlei für mehr Waldschutz und Transparenz

Greenpeace-Bericht zeigt Industrialisierung bayerischer Wälder

München, 28.11.2013 - Greenpeace Aktivisten protestieren heute Morgen an der Staatskanzlei in München für mehr Waldschutz und Transparenz. Die Aktivisten haben ein elf mal elf Meter großes Banner an dem Gebäude befestigt mit der Frage "Warum verheimlichen Sie Daten, Herr Seehofer?".
  • /

Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) hält Daten über Zustand und Nutzung der bayerischen Wälder zurück. Der heute von Greenpeace veröffentlichte Abschlussbericht der zweiten Kartierungsphase im Spessart sowie die an die Staatskanzlei übergebenen Geo-Daten von 30.000 alten Bäumen zeigen eine zunehmende Industrialisierung der Wälder im Spessart. Erst gestern haben Aktivisten erneut einen frischen Einschlag in einem bis zu 180 Jahre alten Buchenwald nahe Weibersbrunn entdeckt. Ministerpräsident Seehofer muss die Zerstörung alter Buchen durch die Staatsforsten sofort stoppen und zehn Prozent der öffentlichen Wälder schützen, sagt Oliver Salge, Waldexperte von Greenpeace.

Greenpeace hatte bereits im November 2011 Buchenwald-Einzelbestandsdaten gemäß Umweltinformationsrecht bei den bayerischen Staatsforsten (BaySF) angefragt. Aufgrund der Weigerung Bayerns, die Daten herauszugeben, hat Greenpeace Klage vor dem Bayerischen Verwaltungsgericht in Regensburg eingereicht. Zudem haben Greenpeace Aktivisten im Frühjahr und Herbst begonnen, die eingeforderten Daten selber zu erheben. Auch an ein Bundesforschungsprojekt, welches im Rahmen der Nationalen Biodiversitätsstrategie (NBS) alle Wälder mit natürlicher Entwicklung erfasst, liefert Bayern keine Daten. Unter Mitwirkung vom damaligen Bundesminister Seehofer hat die Bundesregierung 2007 die NBS beschlossen, laut der zehn Prozent der öffentlichen Wälder geschützt und dauerhaft der Natur überlassen werden müssen.

Greenpeace-Bericht zeigt Verantwortlichkeit des BaySF-Vorstandsvorsitzenden

Im Frühjahr sowie im Herbst dieses Jahres vermaßen Greenpeace-Aktivisten im bayerischen Spessart alte Buchen und Eichen und erstellten detaillierte Karten über den Zustand der alten Buchenwälder. Der heute von Greenpeace veröffentlichte Bericht dokumentiert auch die Verantwortlichkeit des BaySF-Vorstandsvorsitzenden Dr. Rudolf Freidhager. Während in einem südlichen Teil des Spessarts uralte Buchenwälder durch Kahlschläge abgeholzt werden, um dort Eichen zu sähen, verkommen teure Eichenkulturen im nördlichen Spessart aufgrund mangelnder Pflege. Ministerpräsident Seehofer muss die bayerischen Wälder vor den Anweisungen des Vorstandsvorsitzenden der BaySF schützen, sagt Oliver Salge.

Greenpeace-Aktivisten hatten in den vergangenen Wochen gegen den Holzeinschlag in alten Buchenwäldern im bayrischen Spessart protestiert. Dabei wurde die Fällung von Biotop- und Höhlenbäumen von Fledermäusen und Schwarzspecht in einem europäischen Schutzgebiet aufgedeckt. Seit Kurzem können Bürger eine symbolische Patenschaft für die von Greenpeace kartierten alten Buchen übernehmen und sich mit ihrem Namen für den Schutz der alten Wälder Deutschlands engagieren: www.greenpeace.de/baumpate.

Ein Onlinemagazin zum Waldcamp im Spessart finden Sie hier.

Waldkartierung: Bayern 2013

Greenpeace reichte Karten ein, die die Verschlechterung des durch Europarecht geschützten Buchenwalds im bayerischen Spessart belegen.

Rückfragen

Achtung Redaktion!
Rückfragen bitte an: