Presseerklärung

Studie zum Netzausbau zeigt hohe Kosten durch nationale Alleingänge

Ehrgeizige EU-Ziele für Erneuerbare Energien würden Europa Milliarden sparen

Hamburg, 20. 3. 2014 – Ohne ein ehrgeiziges und verbindliches Ziel für den Ausbau der Erneuerbaren Energien drohen Europa bis 2030 jährlich unnötige Milliardenkosten. So eine der zentralen Erkenntnisse einer Studie, die Greenpeace heute vorstellt. Bei einem schwächeren Ausbau drängen starre Kohle- und Atomkraftwerke den flexiblen Erneuerbaren-Strom aus dem Netz. Diese Abregelung von nahezu kostenlos verfügbarem Wind- und Solarstrom würde sich alleine in Deutschland bis 2030 auf jährlich 400 Millionen Euro addieren.

„Angela Merkel muss auf einen engagierteren Ausbau der Erneuerbaren in Europa drängen. Die Studie zeigt, dass die Erneuerbaren nicht nur das Klima, sondern auch den Haushalt schonen“, so Sven Teske, Greenpeace-Energieexperte und Co-Autor der Studie (http://gpurl.de/gridreport).

EU-Länder wie Polen, Frankreich und die Tschechische Republik wollen ohne Rücksicht auf Nachbarstaaten an ihrer konventionellen Energieversorgung festhalten. Doch die Studie zum europäischen Netzausbau des Ingenieurbüros Energynautics und Greenpeace zeigt, dass nationale Alleingänge die EU teuer zu stehen kommen würden. Schon wenn nur diese drei Länder ihre Pläne umsetzen, wird es zu einem Konflikt zwischen starren Kohle- und Atomkraftwerken und den flexiblen Erneuerbaren Energien kommen, der alle EU-Staaten viel Geld kosten wird.

Mehr Strom aus Erneuerbaren macht neue Stromtrassen überflüssig

Ein Ausbau des Erneuerbaren Stromanteils auf bis zu 77 Prozent im Jahr 2030, so die Studie, wäre mit weit geringeren Investitionen in den europäischen Netzausbau möglich. Weil in diesem Szenario viele kleine Wind- und Solaranlagen statt wenige große Kraftwerken den Strom erzeugen, spart sich Europa insgesamt 24.000 Kilometer an Stromleitungen. Die Versorgungssicherheit wäre dabei rund um die Uhr gewährleistet. „In Deutschland brauchen wir bei einem hohen Erneuerbaren-Anteil zum Beispiel keine Starkstromtrasse mehr, die Braunkohlestrom aus Sachsen-Anhalt nach Bayern transportiert“, so Teske. 

Heute und morgen diskutieren die EU-Staatschefs über Europas Energiemix bis zum Jahr 2030. Greenpeace kritisiert die enttäuschenden Ziele, die die EU-Kommission bislang vorgelegt hat. Diese schlägt einen Anteil der Erneuerbaren Energien von mindestens 27 Prozent vor, der zudem nicht für jedes Land verbindlich wäre. Greenpeace fordert die EU-Regierungs-Chefs auf, für drei national verbindliche Ziele einzutreten: ein Erneuerbaren-Anteil von 45 Prozent, eine CO2-Reduktion um mindestens 55 Prozent, sowie Effizienz-Einsparungen von 40 Prozent.

Studie zum Netzausbau: powE[R] 2030

Die Greenpeace-Studie zum Netzausbau in Europa zeigt: Ein Festhalten an Kohle- und Atomstrom in den einzelnen EU-Ländern kostet jährlich Milliarden.

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