Presseerklärung

Dieselkrebs: Greenpeace wirft Autoindustrie Zynismus vor

Genf, 07.03.2002 – Pünktlich zur Eröffnung des Internationalen Automobilsalons in Genf haben rund 20 Greenpeace-Aktivisten dort ausgestellte Dieselfahrzeuge mit Warnhinweisen gekennzeichnet. "Achtung: Dieselkrebs" steht auf den Banderolen, die die Umweltschützer hinter den Windschutzscheiben mehrerer Diesel-Autos befestigten. Greenpeace weist mit der Aktion auf die krebserzeugende Wirkung der Partikel im Dieselabgas hin und wirft den Autoherstellern vor, nichts dagegen zu unternehmen.

"Dieselabgase erzeugen Krebs", sagt Greenpeace-Sprecher Wolfgang Lohbeck. "An dieser bitteren Einsicht gibt es schon lange keine Zweifel mehr. Wer dies abstreitet, lügt."

Das Heidelberger Umwelt- und Prognoseinstitut (UPI) errechnete, dass allein in Deutschland jedes Jahr etwa 8000 Menschen an Lungenkrebs sterben, der durch kleine Partikel im Diesel-Kraftsstoff ausgelöst wird. Damit verlieren pro Jahr durch Dieselabgase genau so viele Menschen ihr Leben wie durch Autounfälle. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) spricht sogar von 80.000 Todesfällen jährlich. Eine neuere Studie der amerikanischen Umweltbehörde EPA ergab, dass das Krebsrisiko unter allen gefährlichen Luftschadstoffen durch Dieselabgase am höchsten ist.

Diese Zahlen sind vor allem vor dem Hintergrund erschreckend, dass es seit zehn Jahren eine Technik gibt, die diese tödliche Belastung aus dem Diesel nahezu völlig eliminiert, erklärt Lohbeck. Statt sie anzuwenden spielen vor allem Mercedes und Volkswagen das Risiko runter und verlangen weitere, angeblich fehlende Beweise für das Krebsrisiko. Das kommt einem großangelegten Menschenversuch sehr nahe.

Inzwischen können die Autobauer nicht mehr behaupten, die Technikfür das Reinigen der Dieselabgase sei noch nicht ausgereift. Peugeot und Citroën bieten solche Fahrzeuge mittlerweile serienmäßig an. Weil die deutschen, italienischen und anderen Hersteller trotzdem nicht reagierten, stellte Greenpeace Ende letzten Jahres Strafanzeigen gegen die Firmen und klagte gegen das deutsche Kraftfahrtbundesamt mit demZiel, dass ab sofort nur noch entgiftete Dieselautos auf den Straßen fahren dürfen.

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