Presseerklärung

Hintergrund: Aktuelle Greenpeace-Liste

Die ältesten und größten Tanker auf den Weltmeeren

Hamburg, 19.11.2002 - Nach jedem Tankerunglück wird die Frage gestellt: Wieso dürfen so alte Schiffe eigentlich noch fahren? Hier die Antwort unseres Schifffahrtsexperten Christian Bussau:

Zuständig für Fragen bezüglich der Schiffssicherheit auf den Weltmeeren ist die IMO (Internationale Maritime Organisation). Nur die IMO ist in der Lage, Regelungen zu schaffen, um altersschwache Tanker aus dem Verkehr zu ziehen. Dass dies bisher nicht geschehen ist, liegt hauptsächlich an wirtschaftlichen Interessen der Flaggenstaaten, der Eigner, der Reeder und der Charterer. Jeder will so schnell und so billig wie möglich transportieren, daher soll jedes Schiff so lange wie möglich fahren und die Sicherheit bleibt auf der Strecke.

Greenpeace-Recherchen zeigen, dass von der weltweiten Tankerflotte insgesamt 3620 Tanker keine Doppelhülle besitzen und älter sind als 25 Jahre. Diese Tanker sind schwimmende Zeitbomben. Sie müssten nach Meinung von Greenpeace sofort aus dem Verkehr gezogen werden, denn sie entsprechen auf keinen Fall den Sicherheitsanforderungen, die an einen modernen Tanker gestellt werden müssen.

Es gibt Schiffe, die noch älter sind und noch mehr Öl fassen als die havarierte Prestige. In unserer Liste haben wir für Sie die 15 größten Tanker ohne Doppelhülle zusammen gestellt. Alle sind älter als 25 Jahre und waren nach unseren Recherchen - bis auf zwei Ausnahmen - 2002 noch auf den Weltmeeren unterwegs.

Greenpeace fordert die Regierungen auf, im Rahmen der IMO dafür zu sorgen, dass solche Schiffe aus dem Verkehr gezogen werden.

Dass es auch anders geht, zeigt zum Beispiel die Wappen-Reederei, die nach dem Konzept der Kieler Lindenau-Werft Tanker bauen läßt, die modernsten Sicherheitsanforderungen entsprechen: Doppelhülle und doppelte Maschinen, doppelte Schrauben und doppelte Ruder. Damit wird der Ausfall der Maschine, eine der häufigsten Ursachen schwerer Schiffsunglücke, unwahrscheinlich.

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