Presseerklärung

Greenpeace stoppt Benzinzufuhr an Esso-Tankstellen in ganz Großbritannien und protestiert vor Esso-Zentrale in Surrey

Dem Krieg den Treibstoff abdrehen

London, 24. 2. 2003 - Mit einer massiven Aktion zivilen Ungehorsams protestiert Greenpeace heute in Großbritannien gegen die kriegstreibende Energiepolitik des weltgrößten Erdölkonzerns ExxonMobil – in Europa bekannt unter dem Namen Esso. Seit den frühen Morgenstunden haben Aktivisten an Dutzenden von Esso-Tankstellen in ganz England und Wales die Benzinzufuhr gestoppt. Rund hundert Aktivisten aus neun Ländern protestieren gleichzeitig vor den Eingängen der Esso-Landeszentrale in Leatherhead (Landkreis Surrey) südlich von London mit Ölfässern und Transparenten mit der Aufschrift "Oil is fuelling war – Stop Esso!" In der einzigen Zufahrt zur Zentrale wurde ein großer LKW geparkt und mit einem Container im Boden verankert. Esso gilt als einer der größten Nutznießer eines Irakkrieges.

Jörg Feddern, Greenpeace-Ölexperte vor Ort: "Esso forciert wie kein anderer US-Konzern die Abhängigkeit der Vereinigten Staaten vom Öl. Diese Abhängigkeit und die falsche Energiepolitik der US-Regierung verursachen einen immensen Durst nach neuem Öl. Das sind die maßgeblichen Gründe für den geplanten Irakkrieg."

Esso finanziert seit Jahren US-amerikanische Institute und Lobby-Gruppen, die ein militärisches Vorgehen gegen den Irak verlangen. Experten der Deutschen Bank betonen in einem Bericht über ExxonMobil vom September 2002 den "großen politischen Einfluss" des Konzerns auf das Weiße Haus und kommen zu dem Schluss: Nach einem Regimewechsel im Irak könnte der Gesellschaft (ExxonMobil) die pole position zufallen.

Die Greenpeace-Aktivisten – einige als Tiger verkleidet – haben die Notschalter an den Esso-Tankstellen in 17 Landkreisen betätigt und anschließend abgeschraubt. Die gesammelten Schalter werden an den Esso-Vorstand in Texas geschickt. In Leatherhead haben sich die Aktivisten vor den Eingängen der Zentrale platziert und informieren dort die Esso-Mitarbeiter.

Greenpeace veröffentlicht zudem heute unter dem Titel "Der Tiger im Panzer" ("The Tiger in the Tanks") eine Analyse des Zusammenhangs zwischen der wirtschaftlichen Abhängigkeit vom Erdöl und einem drohenden Irakkrieg. Darin wird unter anderem nachgewiesen, dass die USA aufgrund ihres steigenden Ölverbrauchs dringend auf die Erschließung neuer Reserven angewiesen sind. Jörg Feddern: "Je mehr die amerikanischen Ölvorkommen zur Neige gehen, desto mehr werden die US-Konzerne versuchen, Zugriff auf die Vorkommen in anderen Regionen der Welt zu bekommen. Ein Unternehmen wie Esso, das seit Jahren jede ernsthafte Investition in erneuerbare Energien ablehnt – als einziges der großen Ölunternehmen -, ist deshalb nicht nur mitverantwortlich für die Klimaerwärmung, sondern auch für einen möglichen Krieg gegen den Irak."

Rückfragen

Achtung Redaktion!
Rückfragen bitte an: