Presseerklärung

Oscar-Preisträger Javier Bardem fordert antarktisches Meeresschutzgebiet

Greenpeace-Expedition weist schützenswerte Meereslebewesen in der Antarktis nach

Hamburg, 20.2.2018 – Bislang unerforschte Teile des antarktischen Meeresbodens beherbergen empfindliche und damit schützenswerte Ökosysteme mit Meerestieren wie Schwämme, Korallen und Seefedern.

Dies zeigen heute in Berlin vorgestellte Aufnahmen, die Greenpeace-Experten in den vergangenen Wochen von einem bemannten U-Boot aus in mehreren hundert Metern Tiefe des Antarktischen Ozeans gemacht haben. Die Daten sollen einen von der Bundesregierung initiierten EU-Antrag unterstützen, im Weddellmeer das weltgrößte Meeresschutzgebiet einzurichten. Im Oktober entscheidet die Antarktis-Kommission CCAMLR (Commission for the Conservation of Antarctic Marine Living Resources) über den Antrag. „Diese Aufnahmen unterstreichen, wie wichtig Schutzgebiete in der Antarktis sind“, sagt Greenpeace-Meeresexpertin Dr. Sandra Schöttner, die als Wissenschaftlerin an Bord war. „Die Bundesregierung muss ihrem eigenen Antrag zum Erfolg verhelfen, indem sie sich direkt bei den Blockiererstaaten international für das Schutzgebiet einsetzt.“

Mit an Bord des Greenpeace-Expeditionsschiffs Arctic Sunrise war auch der spanische Schauspieler Javier Bardem. Der Oscar-Preisträger setzt sich dafür ein, dieses wertvolle und sensible Ökosystem vor Schäden durch Eingriffe des Menschen zu bewahren. „Es gibt am Meeresgrund so unglaublich viel Leben. Ich hätte das in diesen Gewässern nicht erwartet. Diese Artenvielfalt muss geschützt werden.“

Empfindliche Ökosysteme am Meeresgrund

Das Forschungsteam unter Leitung der Meeresbodenökologin und Antarktisexpertin Dr. Susanne Lockhart, California Academy of Sciences, untersuchte den Meeresgrund im nördlichen Teil des Weddellmeers sowie westlich der antarktischen Halbinsel. Dafür sammelte das Team bei acht Tauchfahrten hochauflösende Videodaten und nahm Proben, die innerhalb der kommenden Monate ausgewertet werden.

Die Struktur des Lebensraums und die Meeresfauna lässt auf sogenannte Vulnerable Marine Ecosystems (VMEs), besonders empfindliche Meeresökosysteme schließen. So gibt es eine außergewöhnlich hohe Anzahl charakteristischer wirbelloser Meerestiere – deren Artenreichtum tropischen Korallenriffen kaum nachsteht. Viele dieser Arten bilden komplexe, dreidimensionale Strukturen auf dem Meeresgrund. Sie bieten damit Lebensraum und Schutz für zahlreiche weitere Arten, wie beispielsweise antarktische Eisfische. Solche dicht siedelnden, langsam wachsenden Artengemeinschaften gelten als besonders empfindlich gegenüber menschlichen Eingriffen wie beispielsweise der industriellen Fischerei.

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