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Forest fire near Frohnsdorf, Treuenbrietzen in Brandenburg
© Gordon Welters / Greenpeace

Von Brasilien bis Brandenburg ‒ Waldbrände nehmen weltweit zu

Der trockenste Sommer, der heißeste Tag, die größte Dürre  – das neueste Hoch: Dieser Mai hatte die meisten Amazonas-Brände seit 2004. Auch in Deutschland ist die Waldbrandsaison gestartet.

Rauchschwaden steigen auf und verdunkeln kilometerweit den Himmel. Jahrhunderte alte Bäume verbrennen in wenigen Stunden zu Asche. Seltene Tier- und Pflanzenarten werden unwiederbringlich ausgelöscht. Das ist leider kein Einzelfall, sondern seit Jahren die Realität im brasilianischen Amazonas-Regenwald. Der Grund: Der Wald wird gerodet, vielfach um das Land zu rauben, Bodenschätze auszubeuten und neue landwirtschaftliche Flächen zu schaffen. 

Aus den Satellitendaten des brasilianischen Instituts für Weltraumforschung (INPE) ist zu sehen: 2.287 Brandherde wüteten im Mai im brasilianischen Amazonasgebiet – ein Anstieg von 96 Prozent gegenüber dem Mai letzten Jahres. Nur vor 18 Jahren, im Jahr 2004, war es schlimmer. „Diese Brände sind kein Zufall“, sagt Rômulo Batista, der sich bei Greenpeace Brasilien für den besseren Schutz des Amazonas-Regenwaldes einsetzt. „Brasiliens Präsident, Jair Bolsonaro, hat insbesondere die Agrarindustrie ermutigt, das Amazonasgebiet weiter auszubeuten. Während der Covid-19-Pandemie hat die Abholzung der Wälder stark zugenommen. Brände werden absichtlich gelegt, um Land, insbesondere für die industrielle Landwirtschaft, zu roden.” Die Rinder, für deren Haltung der Regenwald vor allem abgefackelt wird, landen als Steaks auch im Supermarkt in Deutschland. 

Wissenschaftler:innen haben kürzlich ihre bisher schärfste Warnung ausgesprochen, dass sich der Amazonas-Regenwald dem Kipppunkt nähert, ab dem er großflächig versteppen würde. Dies würde Millionen Lebewesen und Tausende wildlebende Tierarten auslöschen –  zahlreiche davon bisher noch unentdeckt. Zudem binden diese Wälder große Mengen Kohlenstoff und sind wertvolle Verbündete im Kampf gegen die Klimakrise. Auch würde eine Verwandlung des riesenhaften Waldes in eine Steppe die Existenz indigener Gruppen noch stärker bedrohen, die bereits mit vielen Gefahren kämpfen, darunter auch den Folgen der Covid-19-Pandemie.

Brandenburg brennt 

Rund 9.500 km entfernt brennt es ebenfalls: In Treuenbrietzen, in Brandenburg. Hier wird der Wald nicht absichtlich vernichtet, aber es brennt, weil es hier keine naturnahen Wälder mehr gibt. Stattdessen bauen Forstwirt:innen Holzplantagen an. Der Wald ist kein Wald mehr, sondern eine Monokultur, aus der Produkte wie Möbel, Papier und Brennholz generiert werden. Kiefer reiht sich an Kiefer, die Luft steht, der Boden ist von trockenen Nadeln bedeckt. In einem Mischwald mit vielen Laubbäumen ist es dank der schattenspendenden belaubten Baumkronen deutlich kühler, feuchter und dunkler, zu Waldbränden kommt es dort selten. Aber ein trockener Kiefernwald ist durch die ätherischen Öle und Harze wie ein mit Brandbeschleuniger begossener Grill, der bei den heißen Temperaturen der letzten Wochen blitzschnell entflammt. 

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Ukraine-Krieg erschwert Löschung der Waldbrände in Russland 

Rund 4.900 km von Brandenburg entfernt toben weitere Feuer. Im russischen Sibirien hat die "Waldbrandsaison'' als Folge der Klimakrise dieses Jahr früher als sonst eingesetzt  – und die betroffene Fläche ist bereits doppelt so groß wie im vergangenen Jahr, berichtet Greenpeace Russland. Eine freiwillige Feuerwehr mit vielen engagierten Helfer:innen wie es sie in Deutschland gibt, hat Russland nicht. In  anderen Jahren unterstützt  das Militär bei der Brandlöschung – aber die Soldat:innen sind im Krieg.

Der in den Bäumen gebundene Kohlenstoff, der durch die Brände zu CO2 wird und so in die Atmosphäre gelangt, ist nur Teil des Problems. Expert:innen befürchten langfristige Folgen für den dauerhaft gefrorenen Boden, den sogenannten Permafrostboden. Das betrifft in Russland noch etwa zwei Drittel der gesamten Bodenfläche. Taut der Permafrostboden durch die Feuer weiter auf, könnten große Mengen gebundener Treibhausgase freigesetzt werden.

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Waldzerstörung stoppen, Arten schützen!

Sie möchten Wälder vor Zerstörung schützen? Auf Greenwire finden Sie ein breites Angebot: Online-Mitmachaktionen, Berichte zu internationalen Greenpeace-Aktionen und Tipps für Waldschutz im Alltag.

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Weltweite Waldbrände, weltweites Versagen

Die Waldbrände im brasilianischen Amazonasgebiet, in Brandenburg und in Sibirien haben zwar unterschiedliche Ursachen, sind aber auf dieselbe Denkweise zurückzuführen: Kurzfristiger Profit und rücksichtslose Ausbeutung der Natur stehen über ihrem Erhalt und einem Wirtschaften im Einklang mit den planetaren Grenzen. Durch die globale Erhitzung und die Tendenz zu noch trockeneren Sommern ist zu befürchten, dass die Anzahl und Stärke der Brände in den Sommermonaten weiter zunimmt. Kalifornien, Spanien und Griechenland aber auch deutsche Gebiete etwa in Brandenburg sind Beispiele für Regionen, die besonders stark betroffen sein könnten.

 

Wälder brauchen stärkeren gesetzlichen Schutz

Greenpeace fordert von der Europäischen Union in diesem Jahr ein starkes Gesetz zum internationalen Waldschutz. So könnte verhindert werden, dass Produkte, die mit Waldzerstörung und Wald-Monokulturen in Verbindung stehen, in Zukunft auf die europäischen Märkte gelangen können. Unternehmen würden durch das Gesetz verpflichtet, ganz genau zu dokumentieren, dass ihre Produkte in keinem Zusammenhang zu Gebieten stehen, die von Waldzerstörung betroffen sind. Leider hat der Gesetzesentwurf viele Schlupflöcher: Empfindliche Ökosysteme wie Savannen und Feuchtgebiete, die für den Klimaschutz und die Artenvielfalt von großer Bedeutung sind, bleiben im Entwurf unberücksichtigt, obwohl dort jedes Jahr Millionen von Tieren durch Rodungsbrände sterben. Und statt Lücken zu schließen, haben die EU-Umwelt-Minister:innen den Gesetzentwurf gerade dramatisch geschwächt: 

  • Nur Urwälder sollen erfasst werden. Das lässt riesige Waldflächen außen vor und nahezu alle Wälder innerhalb der EU – “Ein klarer Lobbyerfolg der europäischen Holzindustrie”, sagt Gesche Jürgens, Waldexpertin bei Greenpeace. 
  • Nur wenn Wälder abgeholzt und auf der Brachfläche dann landwirtschaftlichen Plantagen entstehen, soll dies laut dem Gesetzesentwurf erfasst werden. Produkte aus zerstörten Urwäldern können also weiterhin auf den EU-Markt gelangen, solange die Flächen noch nicht formell als Plantagen gelten.
  • Waldbrand im Amazonas 2020

    Brennender Wald im Amazonas-Gebiet 2020

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  • Brennende Bäume im Amazonas

    Brand-Hotspot im Amazonas-Gebiet 2020

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  • Verbrannter Wald in Sibirien 2020

    Verbrannter Wald in Sibirien 2020

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