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Die Schilder wurden an einem rund 26 Kilometer langen Abschnitt der A8 zwischen den Auffahrten Stuttgart-Flughafen und Aichelberg in beiden Fahrtrichtungen aufgestellt. Seit April hat Greenpeace in insgesamt sechs Bundesländern auf Autobahn-Teilstücken mit einer Gesamtlänge von 120 Kilometern Geschwindigkeits- beschränkungen für den Klimaschutz eingeführt. Damit protestieren die Umweltschützer gegen die Blockade eines Tempolimits.

Ein solches Tempolimit wäre die schnellste und günstigste Maßnahme, um im Verkehrsbereich Treibhausgase einzusparen. Neun Prozent Einsparung - keine andere Maßnahme hat ein annähernd großes Potenzial. Immerhin werden auf den 12.300 Kilometern Autobahn in Deutschland rund ein Drittel aller PKW-Kilometer gefahren. Zwei Drittel dieser Strecken sind komplett ohne Geschwindigkeitsbegrenzung. Raser haben freie Bahn.

Unverständlich, wie Verkehrsexperte Marc Specowius von Greenpeace findet: Deutschland leistet sich als einziges Industrieland der Welt weiterhin unbeschränkte und CO2-treibende Raserei. Es wäre ein ungeheurer Zynismus, sollte Minister Tiefensee sogar gegen den Willen seiner Parteibasis weiterhin ein Tempolimit blockieren. Er verantwortet damit Jahr für Jahr mehrere Millionen Tonnen Treibhausgase. Specowius erklärt weiter:Da die zuständigen Politiker weiterhin nichts tun wollen, handelt Greenpeace jetzt.

{video_r}Das jetzt von Greenpeace mit Tempo-120-Schildern ausgestattete Teilstück der Autobahn A8 gehört zu den am stärksten befahrenen Strecken in Deutschland. Hier gibt es eine signifikante Unfallhäufung. Auch diese Gefahr würde durch ein Tempolimit abgemildert.

Zudem wäre ein Tempolimit ein wichtiges Signal für die Autoindustrie. Sobald kein Tempo 200 mehr gefahren werden dürfte, würde auch die Nachfrage nach PS-Monstern sinken. Somit wäre durch generelle Geschwindigkeitsbeschränkung die Grundvoraussetzung zum Bau sparsamerer Autos gegeben. Leichtere Motoren bewirken leichtere Autos, die Sicherheit der Insassen kann auch mit geringem Fahrzeuggewicht sichergestellt werden. Ohne Mehraufwand. Dieses Downsizing von Fahrzeugen könnte die CO2-Emissionen von PKW in kürzester Zeit halbieren. Es hätte damit einen deutlich größeren Effekt als alle derzeit diskutierten CO2-Grenzwerte für Autos.

Ein technologisches Konzept für solche PKW gibt es bereits. Das SmILE-Prinzip (Small, Intelligent, Light, Efficient). Ein von Greenpeace nach diesem Konzept umgebauter serienmäßiger Renault Twingo hat bisher mehr als 80.000 Kilometer bei Testfahrten zurückgelegt. Sein Durchschnittsverbrauch liegt bei 3 Litern auf 100 Kilometern und ist damit 50 Prozent niedriger als beim Serienauto. Greenpeace sammelt zurzeit bundesweit Kaufabsichtserklärungen für nach dem SmILE-Prinzip gebaute Autos. Verbraucher erklären mit ihrer Unterschrift, zukünftig besonders spritsparende PKW mit SmILE-Technologie kaufen zu wollen.

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