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Vestfjord Gletscher auf Grönland, Juli 2005
Steve Morgan / Greenpeace

Archiviert | Inhalt wird nicht mehr aktualisiert

In der Arktis könnte es dieses Jahr einen neuen Negativrekord der Eischmelze geben. Bedroht ist die Region auch durch den Abbau von Öl- und Gasreserven. Anrainerstaaten streiten bereits über ihre territorialen Ansprüche.

Eine der letzten fast unberührten Regionen dieser Welt ist am stärksten vom Klimawandel betroffen. Die Eisschmelze übertrifft alle bisherigen Klimaszenarien, sagt Iris Menn, Meeresexpertin bei Greenpeace. Gerade deswegen ist es nötig, aktuelle Daten in der Arktis zu erheben. Nur so lassen sich die weltweiten Klimamodelle in ihrer Vorhersagekraft verbessern.

Um den Klimawandel aufzuhalten und die Arktis zu bewahren, muss der Ausstoß von Treibhausgasen bis 2020 um 40 Prozent vermindert werden. Alles andere ist völlig unzureichend, sagt Menn. Die unkontrollierte Ausbeutung der Arktis muss aufgehalten werden. Dafür muss jegliche industrielle Nutzung des arktischen Ozeans, welcher bisher durch Eis geschützt war, verboten werden.

Erstes Ziel der Greenpeace-Expedition ist der Petermann-Gletscher auf der Westseite Grönlands. Vor einem Jahr brach von ihm ein riesiger Eisberg ab. Derzeit sind auf Satellitenaufnahmen zwei weitere Risse zu sehen, die möglicherweise erneut zu einem Abbruch führen. Diesen will Dr. Jason Box von der Ohio State University mit Hilfe von Zeitlupenkameras und GPS-Systemen dokumentieren. Ursache für die Eisschmelze sind auch die durch den Klimawandel steigenden Meerestemperaturen.

{image}In einem zweiten Expeditionsabschnitt wird die Crew der Arctic Sunrise deshalb mit Ozeanographen des Woods Hole Institutes und der Universität Maine zusammenarbeiten. Auf der Ostseite Grönlands wollen sie den Einfluss von tropischen Unterwasserströmungen auf die Gletscherschmelze untersuchen. Der Rückgang des Meereises auf dem Arktischen Ozean ist Schwerpunkt des dritten Abschnitts der Expedition. Gemeinsam mit Forschern aus Cambridge soll das Meereis in der Fram-Straße zwischen Spitzbergen und Grönland gemessen werden.

Greenpeace ist nicht zum ersten Mal in der Arktis unterwegs. Schon 2001 und 2005 dokumentierten wir die Folgen des Klimawandels in der Nordpolregion. Die diesjährige Fahrt ist auch ein Signal an die große UN-Klimakonferenz im Dezember 2009 in Kopenhagen. Dort soll ein Nachfolgeabkommen für das Kyoto-Protokoll verabschiedet werden, das 2012 ausläuft. In Kopenhagen wird sich zeigen, ob die Regierungen die Dramatik des Klimawandels wirklich realisiert haben. Bislang haben sie kaum Beweise dafür geliefert.

Zeitgleich mit dem Aufbruch der Arctic Sunrise in die Arktis ist das Greenpeace-Flaggschiff Esperanza im Pazifik unterwegs. Dort sind viele der Pazifischen Inselstaaten akut vom ansteigenden Meeresspiegel bedroht. Die Besatzung will die Folgen der klimatischen Veränderungen für Mensch und Natur dokumentieren.Greenpeace wird noch bis zum Herbst mit der Arctic Sunrise in der Arktis bleiben und zusammen mit internationalen Wissenschaftlern die Folgen des Klimawandels dokumentieren. Jeder Tag auf See kostet uns 8.000 Euro. Bitte unterstützen Sie die Greenpeace-Expedition durch Ihre Spende.

Nur noch 177 Tage bis zum Beginn der Weltklimakonferenz!

Greenpeace in der Arktis

Greenpeace in der Arktis

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