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Es ist nun fünf Tage her, dass die Prestige vor Spanien in Schwierigkeiten geraten ist und noch hat die spanische Regierung den verantwortlichen Ölhändler nicht zur Rechenschaft gezogen, sagt Christian Bussau, Greenpeace-Schifffahrtsexperte. Beim Unglück der Erika, Weihnachten 1999 vor der Bretagne, zog die französische Regierung sofort den Ölkonzern TotalFinaElf zur Verantwortung, der die Erika zum Öltransport gechartert hatte.

Der Fall der Prestige zeigt, dass die europäischen Staaten nicht in der Lage sind, mit Schiffsunglücken und Tankerhavarien umzugehen. In ganz Europa gibt es keinen einzigen safe haven, keinen Sicherheits-Hafen, in dem havarierte Schiffe, zum Beispiel leckgeschlagene Tanker wie die Prestige, geschleppt werden können und in dem die Unfallbekämpfung durchgeführt werden kann.

Auch bei noch so viel Schlepper-Kapazität, wohin sollen die Schlepper den Havaristen denn ziehen? Kein Hafen in Europa ist auf so etwas vorbereitet. Stattdessen wird versucht, leckgeschlagene Tanker in internationale Gewässer zu ziehen und sie dort ihrem Schicksal zu überlassen. Hauptsache die Staaten sind die Verantwortung los, sagt Bussau. Dies hat mit Meeresschutz nichts zu tun, so werden die Meere als Müllkippe benutzt. Greenpeace fordert ein europäisches safe haven - Konzept.

Greenpeace hat den spanischen Behörden Hilfe bei der Bekämpfung der Ölpest an der gefährlichen Küste angeboten und Greenpeace-Aktivisten fahren zur Zeit die betroffenen Abschnitte zur Beobachtung ab. Die Behörden sind bisher nicht auf das Hilfsangebot eingegangen.

Vor der Insel Laeso/Dänemark wird versucht, das Schlimmste zu verhindern. Ein Tanker hat neben der Pindar festgemacht und Bergungsexperten bereiten ein Umpumpen der Ölladung vor, damit das Schiff leichter wird und frei kommt. Zusätzlich ist noch ein Schlepper an der Unglücksstelle, um das Schiff gegebenenfalls ins freie Wasser zu ziehen.

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