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Hazard! (Gefahr!) stand auf dem Banner, das die Umweltschützer am Rumpf des unter maltesischer Flagge fahrenden Schrotttankers befestigten. Mit ihrer Aktion wollten die Aktivisten vor dem Risiko einer weiteren Ölkatastrophe warnen. Eigner der 55.000 Tonnen-Fracht ist dieselbe Schweizer Firma, die Crown Resources AG, die auch den am 15. November gesunkenen Tanker Prestige gechartert hatte.

Die Route der Byzantio führt zunächst durch Ost- und Nordsee, dann an der spanischen Küste vorbei nach Singapur. Dabei passiert sie auch die unfallträchtige Kadetrinne - die Engstelle zwischen der deutschen Halbinsel Darß und der dänischen Insel Falster. Die Kadetrinne ist eine der meistbefahrenen Schifffahrtsstraßen Europas ohne Lotsenpflicht. Wenn der Tanker hier einen Unfall hat, dann ist die deutsche Küste von Lübeck über Rostock und Rügen bis nach Usedom schwarz, sagt Greenpeace-Schifffahrtsexperte Christian Bussau.

Deutschland ist zurzeit nicht in der Lage, einen solchen Ölunfall wirksam zu bekämpfen. Es gibt weder Sicherheitshäfen, die einen havarierten Tanker aufnehmen, noch Spezialschiffe, die bei großen Unfällen wie einem Zusammenstoß zwischen einem Tanker und einer Fähre helfen könnten.

Bussau fordert deshalb: Wir brauchen in ganz Europa entlang der Tankerrouten in regelmäßigen Abständen Sicherheitshäfen, in die man verunglückte Schiffe bringen kann. Alle Tanker müssen aus dem Verkehr gezogen werden, die älter sind als 20 Jahre und nur eine Hülle haben.

Die Byzantio wurde 1976 auf einer norwegischen Werft vom Stapel gelassen. Sie gehört zu den Tankern, die durch ihre einwandige Bauweise und ihr Alter eine besondere Gefahr für die Weltmeere darstellen. Das Schiff wurde in diesem Jahr in drei europäischen Häfen - Gent, Eleusis, Dublin - bereits fünfmal kontrolliert. Jedesmal wurden Mängel festgestellt. Bei der letzten Kontrolle in Dublin am 9. August wurde es sieben Tage festgehalten: Offizierspatente und Feuerschutzeinrichtungen waren nicht in Ordnung. Auffällig wurde die Byzantio auch schon wegen Verstoßes gegen das MARPOL-Abkommen zur Verhinderung von Meeresverschmutzung.

24 schwere Tankerunfälle haben sich seit 1967 ereignet. Namen von Schiffen wie der Exxon Valdez, der Erika oder jetzt der Prestige haben sich durch Bilder von verwüsteten Küsten und ölverschmierten toten Vögeln ins Gedächtnis eingeprägt. Trotzdem dürfen alte Einhüllen-Tanker nach dem Willen der IMO (International Maritime Organisation) noch bis 2015 die Weltmeere befahren. Das betrifft rund 50 Prozent der weltweiten Tankerflotte.

Mit der Sicherheit von Schiffen wird sich die Europäische Union während des Treffens des Europäischen Rats im Dezember in Kopenhagen beschäftigen. Europa hat jetzt die Chance für mehr Sicherheit bei Öltankern zu sorgen. Die EU muss erreichen, dass die uralte Tankerflotte dort landet, wo sie hingehört, auf dem Schrottplatz, sagt Bussau. Schwimmende Zeitbomben wie die Byzantio müssen sofort von den Meeren verbannt werden.

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