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Die Express, ein Schwesterschiff der im November vor der Nordwestküste Spaniens gesunkenen Prestige, nutzte den gefährlich verengten Schifffahrtsweg zwischen Dänemark und Deutschland.

Mit zwei Schlauchbooten verfolgten fünf frostfeste Umweltschützer den Öltanker Express auf der Ostsee und machten so auf ihn aufmerksam. Am Heck der Greenpeace-Boote wehte eine Flagge mit der Aufschrift Öl-Gefahr!. Der 243 Meter lange Tanker besitzt wie die Prestige eine Tragfähigkeit von 81.000 Tonnen, ist allerdings nur 22 Jahre alt. Das Schiff hat nur eine Hülle und befindet sich auf seinem Weg in die Nordsee und weiter nach Singapur. Es stellt eine potenzielle Gefahr für Meere und Küsten dar.

Alte Tanker wie die Express müssen sofort verboten werden, fordert Schifffahrtsexperte Christian Bussau auf dem Greenpeace-Schiff Sunthorice. Mit diesem Verbot müssen die Staats- und Regierungschefs in Kopenhagen beim EU-Gipfel zeigen, dass sie den Menschen an den Küsten helfen und ihre Sorgen ernst nehmen. Wenn wieder nur politische Worthülsen kommen, ist das zu wenig.

Auch Deutschland ist zur Zeit nicht in der Lage, einen gößeren Ölunfall, wie den der Prestige, wirksam zu bekämpfen. Es gibt keinen einzigen Sicherheitshafen, der einen havarierten Tanker aufnehmen könnte. Wohin soll ein Havarist eigentlich geschleppt werden? Kein Staat in Europa ist auf einen solchen Ernstfall vorbereitet. Deswegen brauchen wir jetzt ein Konzept für Sicherheitshäfen in Europa, erklärt Bussau.

Greenpeace fordert von den EU-Gipfel-Teilnehmern in Kopenhagen Sofortmaßnahmen, um die europäischen Küsten vor Schiffsunglücken zu schützen. Tankerunglücke, wie das der Prestige vor Spanien können sich jeden Tag wiederholen. Besonders kritisch ist die Situation in der Kadetrinne. Das Nadelöhr in der Ostsee ist eine der meistbefahrenen Schifffahrtsstraßen Europas. Jährlich passieren rund 63.000 Schiffe die Meerenge, ohne dass sie verpflichtet sind, einen Lotsen an Bord zu nehmen. Statistisch gesehen fährt pro Tag ein schrottreifer Tanker, wie die Prestige, durch die Passage.

An Bord des umgebauten Feuerschiffes Sunthorice überwachen Greenpeace-Aktivisten zusammen mit Überseelotsen die Kadetrinne. Mit Radargeräten wird seit Mittwoch das Gebiet zwischen Warnemünde und der dänischen Insel Falster rund um die Uhr kontrolliert.

Unterdessen ist am Morgen in der Hafeneinfahrt von Klaipeda (Litauen) der Tanker Princess Pia mit 50.000 Tonnen Öl an Bord auf Grund gelaufen. Darüber, ob das Schiff Öl verliert oder nicht gab es bis zum Abend widersprüchliche Angaben. Die litauischen Behörden betonen, dass keine Gefahr für die Umwelt bestehe. Man werde versuchen, das Schiff teilweise zu entleeren, um es in den Hafen schleppen und dort reparieren zu können. Auch die Princess Pia ist 23 Jahre alt und nur eine Hülle, jedoch immerhin einen doppelten Boden.

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