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Die Havarie der Prestige, die im November 2002 mit rund 77.000 Tonnen Schweröl an Bord vor der spanischen Westküste in einen Sturm geriet und sank, hat viele Menschen aufgeschreckt. Mit etlichen Maßnahmen auf nationaler und internationaler Ebene wird seitdem versucht, Meere und Küsten besser vor Heimsuchungen dieser Art zu schützen.

Dazu gehört auch der Beschluss des Europäischen Parlaments vom 4. Juni 2003, der jetzt in Kraft getreten ist. Einhüllentanker mit Schweröl an Bord dürfen diesem Beschluss zufolge ab sofort keinen Hafen der EU mehr anlaufen. Außerdem sollen Einhüllentanker generell nur noch bis 2010 europäische Häfen anlaufen dürfen. Egal, welche Art von Öl sie geladen haben.

Greenpeace begrüßt ausdrücklich jede Maßnahme, die Meere und Küsten besser als bisher schützt. Doch was bisher beschlossen wurde, reicht nicht aus. Was zum Beispiel passiert mit dem Durchgangsverkehr?, fragt Greenpeace-Schifffahrtsexperte Christian Bussau.

Bussau weist darauf hin, dass schon jetzt jedes Jahr rund 8.200 Tanker durch die enge Kadetrinne fahren. Ab 2004 werden es voraussichtlich noch mehr werden: Russland plant, die Öltransporte vom Hafen Primorsk auf 90 Millionen Tonnen zu steigern. Dann werden nicht mehr 135 Tanker mit russischem Öl durch die Kadetrinne fahren werden wie im Jahre 2002, sondern jährlich 1.000.

Die IMO (International Maritime Organisation) hat zudem erst im Juli 2003 beschlossen, dass Uralt-Tanker der Kategorie 1, die größtenteils vor 1982 gebaut wurden, noch bis 2005 die Meere unsicher machen dürfen. Einhüllentanker der Kategorie 2, zumeist zwischen 1982 und 1996 gebaut, sowie der Kategorie 3 (mit einer Tragfähigkeit von 5.000 bis 20.000 Tonnen) dürfen sogar noch bis 2015 fahren.

Greenpeace fordert die Europäische Union auf, sich bei der IMO für ein sofortiges weltweites Verbot aller Einhüllentanker einzusetzen. Der deutsche Verkehrsminister muss zudem in Moskau Druck machen, damit russisches Öl in Zukunft nur mit modernen Doppelhüllentankern befördert wird.

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