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Dabei handelte es sich um Geisterfahrer, die die Streckenführung in der Wasserstraße zwischen der dänischen Insel Falster und der deutschen Halbinsel Darß nicht beachtet haben. Aber auch schwimmende Zeitbomben wurden beobachtet: Uralt-Tanker, die nur über eine Außenwand verfügen und ein großes Risiko darstellen.

Die Schiffe in der Kadetrinne fahren sehr diszipliniert, beschreibt Christian Bussau, Schifffahrtsexperte bei Greenpeace an Bord der Sunthorice, die bisherigen Beobachtungen. Als Greenpeace vor anderthalb Jahren schon einmal vor Ort kontrollierte, wurden deutlich mehr Verstöße registriert. Unter den Kapitänen, die durch die Ostsee und die unfallträchtige Wasserstraße fahren, dürfte sich inzwischen herumgesprochen haben, dass Greenpeace Posten bezogen hat. Das hat den Effekt, wie ein Polizist an der Ampel: Dann fahren auch alle ordentlich, erklärt Bussau.

Am Bildschirm des Radargerätes auf der Sunthorice sitzen Lotsen aus Kiel und Rostock und arbeiten mit den Greenpeace-Aktivisten an Bord zusammen. Viele von ihnen sind Überseelotsen und kennen die Ostsee wie ihre Westentasche. Haben sie ein Gefährt entdeckt, das in die Kadetrinne einfährt, machen sich Greenpeace-Schlauchboote auf, um den Namen des Schiffes zu ermitteln. Mit dieser Information lassen sich alle wichtigen Schiffsdaten ermitteln. Acht Schrott-Öltanker, die den schmalen Schifffahrtsweg genutzt haben, wurden dadurch bereits dingfest gemacht. Von ihnen geht ein hohes Risiko aus, bei einer Havarie auch die deutsche Küste mit Öl zu verpesten.

Von diesen schwimmenden Zeitbomben fährt also im Schnitt jeden Tag eine durch die Kadetrinne, fasst Bussau die bisherige Überwachung zusammen. Die erfolgt rund um die Uhr - bei Wind und Wetter. Und auch bei zwei bis vier Meter hohen Wellen. Abwechslung bietet da oft nur das Versorgungsschiff, das nach zwei Tagen den neuen Lotsen bringt. Auch die Küstenwache lässt sich bei ihren inzwischen häufiger gewordenen Patrouillefahrten sehen. Doch das allein reicht nicht aus, um die Gefahr in der Ostsee zu bannen.

Greenpeace tut in der Kadetrinne das, was das Bundesverkehrsministerium schon längst hätte machen müssen, erklärt Bussau. Wir fordern, dass die Schiffe hier Lotsen an Bord nehmen und verpflichtet werden, sich bei der Einfahrt in die Kadetrinne zu melden - also Lotsen- und Meldepflicht. Außerdem muss die Radarüberwachung verbessert werden. Selbst wenn das AIS-System (automatisches Schiffidentifizierungssystem) seit Sommer 2002 nach und nach bei den Schiffen eingeführt wird, ist auf eine doppelte Kontrolle durch das Radar schon aus Vorsorgegründen nicht zu verzichten. Dafür braucht Deutschland ein Sicherheitsschiff in der Ostsee, das im Falle eines großen Unfalls - wie zum Beispiel der Kollision eines Tankers mit einer Personenfähre - Hilfe leisten kann.

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