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Anti-Kohle-Kette
© Bernd Arnold / Greenpeace

Protestaktion gegen Braunkohle

Archiviert | Inhalt wird nicht mehr aktualisiert

Zu dem Protest Hand in Hand haben Greenpeace, BUND und andere Umwelt- und Entwicklungsorganisationen aufgerufen. In rheinländischen Keyenbergl, in der Nähe von Mönchengladbach, geht sie los. Dann zieht sich die Kette durch Immerath, einem Geisterdorf, das dem Tagebau Garzweiler zum Opfer fallen soll. Auch Keyenberg soll 2023 weggebaggert werden, um noch mehr Platz zu machen für die ohnehin schon gigantische Kohlegrube Garzweiler II. Alles, was dann noch übrig bleibt, sind verlassene Dörfer, die auf den Abriss warten.

Doch neben den Dörfern und ihren Bewohnern leidet vor allem die Umwelt unter der Ausdehnung der eh schon monströsen Tagebaue: Das rheinische Revier gilt als die größte CO2-Quelle Europas.

Kohle im Boden lassen

CO2 treibt den Klimawandel, der schon heute zu immer mehr Überflutungen, Stürmen und Dürren führt. Um diese immer spürbarer werdenden Folgen in beherrschbaren Grenzen zu halten, müssen drei Viertel der fossilen Energieträger im Boden bleiben. Dies betrifft auch einen Großteil der zum Abbau genehmigten Braunkohle in Deutschland.

Deshalb fordern die Organisatoren der Protestaktion die Bundesregierung dazu auf, die schmutzigsten Kohlekraftwerke sofort abzuschalten und einen sozialverträglichen Fahrplan für den Ausstieg aus der Braunkohle bis spätestens 2030 vorzulegen. Unterstützt wird diese Forderung von der Bevölkerung: Etwa 5000 Klimaschützer aus ganz Deutschland waren zur Menschenkette erwartet worden, mehr als 6000 kamen, um die Kette auf 7,5 Kilometer Länge zu schließen: Ein voller Erfolg.

„Bis hierher und nicht weiter!“

"Fast drei Viertel der Bundesbürger unterstützen die Drosselung der Kohleverstromung für den Klimaschutz“, sagt Chris Methmann von der Bürgerbewegung Campact. „Daher gehen Jung und Alt morgen auf die Straße, um ein starkes Signal nach Berlin und Düsseldorf zu senden: Bis hierher und nicht weiter! Um unserer Kinder und Enkel willen kämpfen wir für ein stabiles, lebensfreundliches Klima.”

Vorreiterrolle in Gefahr

Nordrhein-Westfalen ist für die meisten CO2-Emissionen in Deutschland verantwortlich. Hier müsste der Ausstieg aus der Kohle seinen Anfang nehmen. „Im rheinischen Revier müsste eigentlich in fünf Jahren Schluss sein, um die Klimaschutzziele von Land und Bund zu erreichen“, so Dirk Jansen, Geschäftsleiter vom BUND in NRW. Gerade im Vorfeld der UN-Klimakonferenz Ende des Jahres in Paris würde ein Ausstiegsfahrplan für die Kohleverstromung in Deutschland dringend nötige Dynamik in die Klimadebatte bringen. Wenn die Regierung langfristig weiter auf Braunkohle setzt, wäre laut Jansen auch Deutschlands Vorreiterrolle als Energiewendeland dahin.

Widerstand von den Gewerkschaften

Doch die Kohlelobby und die Gewerkschaften versuchen, den Kohleausstieg zu bremsen. “Die Chefs der Gewerkschaften IG BCE und Verdi missbrauchen die berechtigten Arbeitsplatzsorgen ihrer Mitglieder“ sagt Susanne Neubronner, Expertin für Energie bei Greenpeace. „Statt den unausweichlichen Strukturwandel weg von der Kohle hin zu den Erneuerbaren aktiv zu gestalten und den Arbeitnehmern eine langfristige Zukunft zu eröffnen, klammern sich die Gewerkschaften an die Kohle.”

Der von Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) geplante Klimabeitrag wird von den Organisatoren der Menschenkette als erster wichtiger Schritt begrüßt. Er sei unabdingbar, um das von Gabriel und Kanzlerin Angela Merkel 2007 verkündete Klimaziel von 40 Prozent Emissionsminderung bis 2020 zu erreichen. Doch erst einmal muss dem Tagebau Garzweiler II ein Riegel vorgeschoben werden.

>>> Wer am Wochenende auch ein Zeichen setzen und sich engagieren möchte, findet hier alle Infos zur Anti-Kohle-Kette

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