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Das japanische Forschungsschiff Asakaze kreuzt vor dem Atomkraftwerke Fukushima.
© Christian Åslund / Greenpeace

Prozess gegen Fukushima-Verantwortliche – weiterer Atomreaktor wieder am Netz

Archiviert | Inhalt wird nicht mehr aktualisiert

Für die Opfer der Fukushima-Katastrophe ist es eine Erleichterung. Für alle Japaner könnte es ein Schritt nach vorn sein – ein Beleg dafür, dass die Regierung ihres Landes endlich erkennt, wie dringend nötig der Ausstieg aus der Atomenergie ist: Gegen drei ehemalige Manager der Tokyo Electric Power Company (TEPCO), Betreiberfirma des zerstörten AKW Fukushima, wollen die japanischen Behörden Strafanzeige erstatten. Am Montag soll dazu die offizielle Ankündigung erfolgen. Den Verantwortlichen wird vorgeworfen, keine ausreichenden Schutzmaßnahmen getroffen zu haben, um die Kernschmelze in den drei Reaktoren von Fukushima Daiichi zu verhindern.

„Die Bevölkerung von Fukushima und ganz Japan verdient Gerechtigkeit“, sagt Hisayo Takada, stellvertretende Kampagnenleiterin bei Greenpeace Japan. „Der Prozess muss das ganze Ausmaß der Versäumnisse aufdecken, die TEPCO und den japanischen Behörden beim Schutz der Bevölkerung anzulasten sind.“ Denn zahlreiche wichtige Details würden verschwiegen. „Die Hunderttausende Menschen, die noch immer nicht in ihre Häuser zurückkehren können, verdienen es, alle Fakten zu kennen“, so Takada.

Bekannt ist, dass TEPCO keinerlei Vorkehrungen getroffen hatte, um Fukushima Daiichi ausreichend vor Tsunamis zu schützen – wohl wissend, wie gefährdet der Reaktor durch Naturgewalten war. Ein Untersuchungsausschuss befand im Juli vergangenen Jahres, dass der ehemalige TEPCO-Vorstandsvorsitzende Tsunehisa Katsumata und zwei weitere Führungsmitarbeiter angeklagt werden sollten. Sie hätten die Risiken erkennen und reagieren müssen.

Vier Atomreaktoren wieder am Netz

Mit dem Prozess könnte sich Japans Regierung also, wenn auch nur ganz langsam, zu den Gefahren der Atomenergie bekennen. Eine wichtige Entscheidung. Doch wirklich durchgedrungen ist die Erkenntnis darüber, wie zwingend erforderlich der Atomausstieg ist, offenbar nicht. Denn heute hat Kansai Electric Power, Betreiber des AKW Takahama in der westjapanischen Provinz Fukui, den Reaktor Nummer 4 der Anlage wieder angefahren. Obwohl vor wenigen Tagen aus einem angrenzenden Gebäude dort 34 Liter radioaktiv belastetes Kühlwasser ausgelaufen waren. Dabei sei die Strahlendosis allerdings so gering gewesen, dass die Behörden nicht hätten informiert werden müssen, so Kansai.

„Fünf Jahre nach dem Unglück von Fukushima macht Japans Nuklearbehörde den selben Fehler, der damals zu dem Desaster führte“, mahnt Thomas Breuer, Leiter der Klima- und Energiekamapgne bei Greenpeace. „Die Regierung drängt weiter auf AKW-Neustarts, statt offensichtliche Sicherheitsprobleme zu lösen – und gefährdet so die Bevölkerung. Dabei ist es höchste Zeit, endlich auf die einzigen sicheren und sauberen Energiequellen umzusteigen: die Erneuerbaren.“

Das will auch ein Großteil der Japaner – dass es möglich ist, hat das Land selbst bewiesen: Nach der Katastrophe von Fukushima nahm es alle 48 kommerziell arbeitenden Atomreaktoren vom Netz und kam zwei Jahre lang sehr gut ohne Atomstrom aus.

Mit Takahama 4 sind nun vier Reaktoren wieder in Betrieb. Ein großer Schritt zurück für Japan. Doch vielleicht kann der Prozess gegen die TEPCO-Manager als Wegweiser in eine atomkraftfrei Zukunft dienen – und als kleines Zeichen der Wiedergutmachung für die Opfer der Fukushima-Katastrophe.

>>> Greenpeace misst zur Zeit die radioaktive Belastung des Meeres vor der Küste von Fukushima. Mehr dazu erfahren Sie hier.

  • Das Gelände des zerstörten AKW Fukushima, vom Meer aus fotografiert. Zwischen den Gebäuden und Reaktoren sind einige Baukräne zu sehen, dahinter Berge.

    Unglücksort

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  • Ein Arbeiter im Schutzanzug kehrt eine Straße in der verlassenen Stadt Namie in der Präfektur Fukushima.

    Saubermachen in der Geisterstadt

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  • Das AKW Takahama in Japan, vom Meer aus fotografiert

    Besonders unsicher

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