Jetzt spenden
Symbolbild Atommüll Fass, November 2008
Jan Kornstaedt / Greenpeace

Archiviert | Inhalt wird nicht mehr aktualisiert

Geklagt hatten ein Anwohner, der einen halben Kilometer vom Verladebahnhof in Dannenberg entfernt wohnt, und eine Frau, deren Haus wenige Meter neben dem letzten Streckenabschnitt zum Zwischenlager steht. Das Verwaltungsgericht in Braunschweig wies die Klagen im Oktober 2004 ab. Beide Kläger gingen in Berufung.

Als das OVG Lüneburg die Berufung 2006 kurzerhand als von vornherein unzulässig abwies, riefen sie das Bundesverfassungsgericht an. Dieses gab den Fall im Januar 2009 an das OVG zurück: Die Betroffenen hätten einen Anspruch darauf, ihre Rechte angemessen juristisch überprüfen zu lassen. Dabei dürften sie auch die Transportgenehmigungen des Bundesamts für Strahlenschutz grundsätzlich gerichtlich überprüfen lassen.

Im gestrigen Urteil entschied das Oberverwaltungsgericht nun erneut, dass die Klagen unzulässig seien. Begründung: Die Genehmigungsvorschriften sähen kein Klagerecht einzelner Bürger vor. Sie berücksichtigten nur die Sicherheit des Transportgutes und damit den Schutz der Allgemeinheit.

Nach der Rüge des Bundesverfassungsgerichts überrascht diese Entscheidung. Die Abweisung der Klage durch das OVG Lüneburg ist völlig unverständlich, so Atomexperte Tobias Riedl von Greenpeace. Obwohl die Anwohner direkt betroffen sind, stehen sie dem gefährlichen Castortransport rechtlos gegenüber. Das akzeptieren wir nicht. Wir werden gemeinsam mit den Anwohnern weitere Rechtsmittel prüfen.

Online-Mitmachaktion

https://act.greenpeace.de/warmewende-jetzt

Wärmewende jetzt!

Die Bundesregierung will die Wärmewende ausbremsen - doch das wäre fatal und würde neue Unsicherheiten schaffen. Wir fordern: keine Abschwächung des Gesetzes, faire Förderung und Schutz für Mieter:innen!

Petition unterzeichnen
0%
vom Ziel erreicht
0
haben mitgemacht
0%
Thermography of Wasted Heat in Germany

Mehr zum Thema

In einem Kindergarten liegen die Spielsachen so, wie sie nach der Katastrophe zurückgelassen wurden. Die Gasmaske eines Kindes neben einer Puppe ist nur ein weiteres grausames Paradoxon: Eine Woche vor dem Atomunfall wurden die Kinder darin geschult, die Sicherheitsausrüstung gegen die atomare Gefahr zu benutzen. Doch am Tag des Unfalls wurde auf Anweisung der Parteiführung keine einzige Gasmaske benutzt.

Tschornobyl

1986 ereignete sich in Tschornobyl eine Katastrophe: Das Atomkraftwerk explodierte, eine radioaktive Wolke verseuchte die Region und zog über Europa. Am 26. April jährt sich der Super-GAU zum 40. Mal.

mehr erfahren über Tschornobyl
Tschornobyl Tour zum 30. Jahrestag

Der Sarkophag in Tschornobyl

Seit 2016 schützte ein neuer, teurer Sarkophag die Umwelt vor des Strahlen Tschornobyls. 2025 beschädigte ihn ein russischer Drohnenangriff schwer. Ein neuer Report zeigt: er ist jetzt undicht.

mehr erfahren über Der Sarkophag in Tschornobyl
Projektion zum Atomausstieg am AKW Isar 2

Zwei Jahre ohne Atomkraft

Atomkraft ist nicht nur riskant, sondern auch keine Lösung für die Energiekrise. Am 15. April 2023 wurden die deutschen Atomkraftwerke darum endgültig abgeschaltet. Und das ist gut so!

mehr erfahren über Zwei Jahre ohne Atomkraft
Karte der Region Fukushima in Japan, die die Ausbreitung der Strahlung nach der Atomkatastrophe im März 2011 im Kernkraftwerk Fukushima Daiichi zeigt.

Fukushima 15 Jahre später

Der 11. März 2011 versetzte Japan in einen Ausnahmezustand, die Folgen sind bis heute zu spüren. Die dreifache Katastrophe von Erdbeben, Tsunami-Flutwelle und Super-GAU traf das Land bis ins Mark.

mehr erfahren über Fukushima 15 Jahre später
Projektion für den Atomausstieg am Atomkraftwerk Isar 2 bei Nacht

9 Fakten über Atomkraft

Auch wenn immer wieder eine „Renaissance“ herbeigeredet wird: die Fakten sprechen gegen Atomkraft. Denn sie ist und bleibt unsicher, unzuverlässig, gefährlich, dreckig und teuer. Punkt. Aus.

mehr erfahren über 9 Fakten über Atomkraft
Der Erkundungsbereich im Salzstock Gorleben 01/21/2011

Salzstock Gorleben: Zum Endlager erkoren

Ein maroder Salzstock im niedersächsischen Gorleben war jahrzehntelang als Endlageroption für hoch radioaktiven Müll ausersehen. Aus politischen Gründen. Denn fachlich war klar: sicher ist er nicht.

mehr erfahren über Salzstock Gorleben: Zum Endlager erkoren