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Anja Pesenko, August 2005
© Robert Knoth / Greenpeace

365 Gründe gegen Atomkraft

Am Anfang war der Wille zur Zerstörung. Das Hauptmotiv für die Entwicklung der Atomtechnik war die Bombe, die in ihrem Vernichtungspotenzial alles Gekannte in den Schatten stellte. Tod und Verderben begleiten nicht nur die Atombombe seit Hiroshima und Nagasaki, sondern auch die wirtschaftliche Nutzung der Atomkraft.

Dutzende Unfälle beweisen jedes Mal aufs Neue den zerstörerischen Charakter dieser unbeherrschbaren Technologie. Jeder Kabelbrand, jedes geplatzte Rohr kann aus einem Atomkraftwerk innerhalb von Minuten eine Bombe machen, kann ein neues Hiroshima auslösen.

Es war also nur eine Frage der Zeit, bis es tatsächlich dazu kommen sollte. Am 26. April 1986 um 1:23 Uhr war es so weit. Die Explosion im Block 4 des Atomkraftwerkes Tschernobyl geschah, im Gegensatz zum Angriff auf Hiroshima, unbeabsichtigt. Sie wurde aber in Kauf genommen. Mit der Nutzung der Atomkraft wird weiterhin ein lebensgefährliches Risiko toleriert, verschwiegen, vergessen.

Staaten, die Atombomben besitzen und immer wieder testeten, haben eine besondere Verantwortung für die radioaktive Verseuchung der Welt. Ein Unfall in einer Atomanlage, aber auch schon eine fehlerhafte Anwendung im medizinischen Bereich oder der Diebstahl von Atommaterial kann für Einzelne fatale gesundheitliche Folgen haben. Von all dem erzählt dieser Kalender: von Menschen, die dafür bezahlt haben, dass andere meinten, Atomkraft beherrschen zu können.

Letztlich ist die Frage der Nutzung der Atomkraft eine zivilisatorische, ja philosophische: Haben wenige Menschen das Recht, viele andere einer so großen Gefahr auszusetzen?

Begegnen Sie auf den Fotos von Robert Knoth Menschen, deren Leben sich durch Atomkraft dramatisch verändert hat, und entscheiden Sie selbst.

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