Holzindustrie bedroht die Artenvielfalt

Kanadas Urwälder schützen

Intakte Urwaldgebiete sind für den Klimaschutz unerlässlich – Wälder zählen zu den wichtigsten globalen Kohlendioxidspeichern.

Die uralten kanadische Wälder sind bedroht

Der unschätzbare Wert des borealen Waldes in Kanada wird von großen Holzkonzernen wie der Resolute Forest Products bedroht.

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Das Holzunternehmen zerstört enorme Teile des verbleibenden Urwaldes, fällt Holz ohne die Zustimmung der betroffenen einheimischen Gemeinschaften und erhöht die Gefahr des Aussterbens für die bedrohten Wald-Karibus. 

Die Wälder der nördlichen Klimazone sind von immenser Bedeutung – für das Klima und die Artenvielfalt. Sie sind das größte Ökosystem der Welt, verteilt über die an die Arktis angrenzenden Länder und Kontinente wie Nordamerika, Russland, Skandinavien und Japan.

Gleichzeitig sind die borealen Wälder Lebensraum für eine enorme Artenvielfalt,   darunter auch Bär, Wolf, Luchs und Karibu. In den Wäldern sind aber auch Menschen zu Hause – die indigenen First Nations. Ihre Territorien werden oft von der Forstindustrie missachtet. „Wenn die uralten Wälder gerodet  und die sensiblen Waldböden mit dem Forstmaschinen zerstört werden, redet man dort auch von „forest-mining“, also dem Abbau der Waldgebiete“, erklärt Jannes Stoppel, Greenpeace-Experte für Wälder. „Die Wälder wachsen aufgrund ihrer nördlichen Lage sehr langsam nach und diesen Verlust kann sich die Welt nicht leisten!“

Das Problem: Resolute Forest Products

Die Firma Resolute Forest Products ist weltweit eines der größten Unternehmen in der Holzindustrie. Es verkauft ein breites Sortiment von Produkten in fast 90 Ländern. Der Konzern besitzt und führt über 40 Faser- und Papierfabriken, Holzprodukte-Anlagen in den USA, in Kanada und Südkorea sowie Stromerzeugungsanlagen in Kanada. 

Das Unternehmen holzt in Kanada ohne die Zustimmung der betroffenen indigenen Gemeinschaften enorme Teile des verbleibenden Urwaldes ab und erhöht die Gefahr des Aussterbens für bedrohte Tierarten wie die Wald-Karibus.

Resolute hingegen gaukelt der Öffentlichkeit ein umweltbewusstes Image vor – ein klarer Fall von Greenwashing. 

Resolute wehrt sich gegen Greenpeace Kritik

Maulkorb oder eine Klage über fünf Millionen Euro: Vor diese Wahl stellt der Forstkonzern Greenpeace Kanada. Die Antwort ist: Wir lassen uns den Mund nicht verbieten!

Stein des Anstoßes ist der Report „Resolutes falsche Versprechen“. Er enthüllt, was der kanadische Konzern mit Kanadas borealen Wäldern anstellt. Und das deckt sich nicht mit der Selbstdarstellung der Firma.

Resolute streitet die Vorwürfe ab und verklagt Greenpeace Kanada und einige Mitarbeiter wegen Diffamierung auf sieben Millionen kanadischen Dollar (etwa  fünf  Millionen Euro). Der Konzern forderte Greenpeace auf, die forstwirtschaftlichen Praktiken nicht mehr öffentlich zu thematisieren. „Da der Raubbau an der kanadischen Waldwildnis weitergeht, müssen wir Resolute zeigen, dass Kritik von der Zivilgesellschaft nicht durch mächtige Diffamierungsklagen tot zu kriegen ist“, sagt Jannes Stoppel. Die Kampagne geht also weiter.

Was der Konzern anrichtet ist in dem Report dokumentiert – die Folgen sind in den Wäldern zu sehen. So hat auch der FSC, der Holz aus nachhaltiger Forstwirtschaft zertifiziert, Resolute das Siegel entzogen. Die Reaktion:  Resolute reichte erneut Klage ein.

Dabei hätte es auf eine Zusammenarbeit hinauslaufen können. Vor der Veröffentlichung hatte Greenpeace Kanada zwei Jahre lang versucht, gemeinsam mit Firmen aus der Holzwirtschaft ein Waldschutzabkommen zu erarbeiten. Erfolglos.

Resolute muss endlich handeln!

Wir fordern von Resolute Forest Products, dass der Konzern sich zu einer zeitgebundenen, wissenschaftlich fundierten Naturschutzplanung in den gefährdeten Waldgebieten verpflichtet, insbesondere in den Montagnes Blanches in Quebec und im Karibu-Wald in Ontario. In diesem Prozess muss das Unternehmen mit Greenpeace Kanada und weiteren Nichtregierungsorganisationen zusammenarbeitet. Außerdem muss Resolute anstreben, die beendeten FSC Zertifikate in diesen Gebieten wiederzuerlangen. Wir erwarten, dass der Konzern die Klage  auf sieben Millionen kanadische Dollar gegen Greenpeace Kanada zurückzieht. Er muss laufende Auseinandersetzungen mit indigenen Gemeinschaften unter Berücksichtigung der Zustimmung (FPIC – Free Prior Informed Consent)  lösen.

Helfen Sie mit, Resolutes Tätigkeiten bekannt zu machen. Der Wald kann sich nicht selbst verteidigen – unterstützen Sie deshalb die Petition #StandForForests und lassen Sie den Konzern wissen: Wir schauen Resolute Forest Products genau auf die Finger.

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