Bis zum letzten Fisch

Staubsauger der Meere

Sie sind wahre Fischereimonster - Industrie-Fangschiffe mit XXL-Netzen plündern die Weltmeere und machen ganzen Fischbeständen den Garaus

Fabrikschiffe auf Beutezug

Sie sind bis zu 150 Meter lang, fischen mit Netzen größer als ein Fußballfeld. 350 Tonnen Fisch gehen ihnen oft täglich ins Netz – und ungezählte Tonnen unerwünschter Beifang wieder sterbend über Bord. 

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Mit dem Bild des bärtigen Kleinfischers hat der industrielle Beutezug auf See heutzutage nichts mehr zu tun. Gefischt wird im großen Stil, bis Netze und Kühlraum an Bord fast bersten. Doch die Natur ist keine Fabrik, die eine menschgemachte Produktionssteigerung ohne weiteres verkraftet. 

Zu viele Fangschiffe fangen zu viel

Der menschlichen Gier nach Profit fielen bereits ganze Fischbestände zum Opfer, zahlreiche Arten werden sich nicht mehr erholen können oder sind für immer verloren. Die europäische Politik hat das erkannt und gerade noch rechtzeitig die Fischereipolitik in Europa umgekrempelt. Das Ziel: die Überfischung stoppen und den Meeren die nötige Atempause verschaffen. Doch ein Problem bleibt ungelöst: Zu viele Fangschiffe fangen zu viel Fisch, und das rund um den Globus. Im schlimmsten Fall fischen wir Europäer armen Menschen in Entwicklungsländern schlicht die Nahrung weg. 2012 verfolgte Greenpeace mit einem Aktionsschiff den Beutezug der deutschen, französischen und spanischen Fabrikschiffe vor der Küste Westafrikas. 80 Prozent der Fangquote dort teilen sich einige wenige reiche Fischereibarone in Europa – für die Kleinfischer an der Küste, die ihren Beruf als echtes Handwerk verstehen und selektiv und im kleinen Stil fischen, bleibt kaum etwas übrig.

Liste der Fischerei-Monster

Im November 2014 veröffentlicht Greenpeace eine Liste der größten Übeltäter auf See. Unter den Top 20 der größten Fabrikschiffe befinden sich auch zwei deutsche: Die „Maartje Theadora“, so lang wie vierzehn Ostseekutter, und der Mega-Trawler „Helen Mary“, mit dem sich kein deutscher Kleinfischer-Kutter messen kann. Den Bau der „Helen Mary“ subventionierte die EU 1994 mit satten 6,2 Millionen Euro. 

Es läuft also einiges schief in der Fischerei – Greenpeace fordert mehr Transparenz, mehr Gerechtigkeit und eine umweltschonende Fischerei, die den Ozeanen nur so viel entnimmt, wie das Ökosystem selbst nachproduzieren kann.

Aktiv werden für den Schutz der Meere

Sie können uns helfen: Unterzeichnen Sie die Online-Petition an den deutschen Fischereiminister Christian Schmidt. Fordern Sie mit uns gemeinsam Herrn Schmidt auf, sich für eine faire Fischereipolitik und echten Meeresschutz einzusetzen. Auch in Ihrem Alltag können Sie mit kleinen Entscheidungen im Supermarkt oder beim Fischhändler etwas für die Gesundheit unserer Meere tun. Der Greenpeace-Einkaufsratgeber Fisch macht es Ihnen ganz leicht, Fisch auszuwählen, den Sie noch mit gutem Gewissen verzehren können.  Der Fischratgeber ist im handlichen Format fürs Portemonnaie und auch als App fürs Smartphone kostenlos erhältlich. 

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