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Unsere Botschaft ist einfach, erklärte Greenpeace-Chemieexpertin Casey Harrell. Dow muss Bhopal jetzt endlich sanieren und die volle Verantwortung für die Gesundheits- und Umweltschäden in der Stadt übernehmen. Vorher kann das Unternehmen kein verantwortliches Mitglied der Gesellschaft sein.

8.000 Menschen starben innerhalb weniger Stunden, als am 2. Dezember 1984 aus einer Pestizidfabrik des Chemieunternehmens Union Carbide tödliches Gas austrat. Insgesamt hat die Katastrophe rund 20.000 Menschen das Leben gekostet. 150.000 leiden bis heute unter schweren gesundheitlichen Schäden und benötigen permanente medizinische Hilfe. Als das Unternehmen die Fabrik aufgab, ließ es hunderte Tonnen hochgiftiger Chemikalien auf dem verseuchten Gelände zurück, die seit nunmehr 18 Jahren Erdreich und Grundwasser vergiften. Inzwischen ist in Bhopal die dritte Generation von dem Unheil betroffen.

Als Dow Chemical im Jahre 2001 Union Carbide übernahm, akzeptierte der Chemiemulti ohne weiteres auch deren Verbindlichkeiten in den USA. So bewilligte er erst kürzlich in Texas 2,2 Milliarden US-Dollar für Asbest-Schadensregulierungen. Die gleiche Verantwortung für Bhopal weist der Konzern allerdings strikt zurück und lässt so die Menschen in ihrem Unglück im Stich. Und dies obwohl aufgrund interner Union Carbide-Dokumente längst belegt werden konnte, dass die Katastrophe auf bewusste und unverantwortliche Einsparungen im Sicherheitsbereich zurückzuführen war.

Dows Widerstand gegen eine Sanierung und gegen die Übernahme ihrer Verantwortung in Bhopal bedeutet tagtägliche Vergiftung der Menschen und verschärft das Leiden der Überlebenden und deren Kinder, sagte Champa Devi, Mitglied einer der größten Überlebenden-Organisationen, der Bhopal Gas Peedit Mahila Stationery Karmachari Sangh (BGPMSKS).

Tatsächlich weigert sich der Konzern nicht nur, seiner Verantwortung nachzukommen und mit den Betroffenen zu sprechen. Sein Zynismus geht so weit, dass er Bhopal-Opfer, die anlässlich des 17. und 18. Jahrestages der Katastrophe auf Dow-Gelände friedlich demonstriert haben, vor Gericht zerrt. 10.000 US-Dollar Entschädigung für Verluste durch Betriebsausfall fordert Dow. Das Betreten des Dow-Geländes und die Kontaktaufnahme zu Dow-Angestellten sollen gerichtlich verboten werden. Die Verhandlungen vor einem indischen Gericht werden in Kürze erwartet. (sit)

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