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In Bhopal war es im Dezember 1984 zur größten Chemie-Katastrophe aller Zeiten gekommen, als tödliches Gas aus einer Pestizidfabrik des Chemieunternehmens Union Carbide entwich. Der Unfall forderte innerhalb von drei Tagen 8.000 Todesopfer. Insgesamt sind bis heute 20.000 Menschen an den Folgen gestorben. Rund 150.000 Überlebende leiden unter chronischen Krankheiten und Schmerzen. Inzwischen ist schon die dritte Generation von dem Unheil betroffen. Interne Firmenpapiere belegen, dass Sicherheitsvorkehrungen wie sie in jeder vergleichbaren US-amerikanischen Fabrik des Konzerns vorhanden sind in der indischen Fabrik aus Kostengründen bewusst eingespart wurden.

Die Opfer kämpfen bis heute vergeblich für eine angemessene Entschädigung. Nur knapp 500 US-Dollar erhielten sie aus einem Fond, den Union Carbide und die indische Regierung ohne Mitsprache der Betroffenen aushandelten. Der Betrag reichte für allerhöchstens fünf Jahre medizinischer Betreuung. In 2001 wurde Union Carbide von Dow Chemical übernommen. Dow jedoch weigert sich, die Verantwortung für die Folgen der Katastrophe zu übernehmen. Auch das verlassene Firmengelände in Bhopal ist bis heute nicht saniert. Tonnen von hochgiftigen Chemikalien verseuchen Boden und Wasser. Kinder spielen an Tümpeln, in denen kein Fisch mehr überleben könnte.

Das Unheil trifft wieder die Ärmsten der Armen. Die 10.000 US-Dollar, die Dow jetzt von den Opfern der Katastrophe fordert, entspricht deren mittleren Einkünften von zehn bis zwanzig Jahren. Um gegen diesen Zynismus ein Zeichen zu setzen, rufen Unterstützer der Überlebenden dazu auf, die Dow Chemical-Alibiseite www.bhopal.com mit einem virtuellen sit-in dicht zu machen. Dabei werden die einzelnen Seiten des Servers wieder und wieder abgerufen, wodurch der Rechner so stark belastet wird, dass er irgendwann zusammenbricht. Wenn Sie sich diesem Protest anschließen wollen, klicken Sie unten. Die Aktion läuft vom 10. März 2003 bis zu dem Tag, an dem der Chemiekonzern seine unsägliche Klage fallen lässt. (sit)

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