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Greenpeace-Aktivisten hängen ein Banner an die Schiffsschraube der "MSC Carmen" in Antwerpen im Oktober 1999
© John Cunningham / Greenpeace

TBT- Ein Dauergift als Auslaufmodell?

Archiviert | Inhalt wird nicht mehr aktualisiert

Pro Jahr werden rund 5.000 Tonnen TBT in Schiffsfarben verarbeitet. Neben der toxischen Wirkung für Meeresorganismen wirkt das Gift bereits in kleinsten Konzentrationen schädigend auf das Hormonsystem von Menschen und Tieren. TBT wird Schiffsfarben beigemischt, um den Bewuchs der Bordwände mit Algen und Meerestieren zu verhindern. Die Weltgesundheitsorganisation zählt das Umwelthormon zu den giftigsten Stoffen, die der Mensch heute in die Umwelt freisetzt.

In Deutschland machte Greenpeace seit 1999 mit zahlreichen Aktionen in deutschen Nord- und Ostseehäfen auf das TBT-Problem aufmerksam. Die Umweltschützer entdeckten im Schlick dieser Häfen, aber auch in Fischen, Wattwürmern und Seehunden hohe Konzentrationen des Giftstoffes. Greenpeace fand TBT sogar in Alltagsgegenständen, wie z.B. Baby-Windeln, Sporttrikots oder Luftmatratzen. Ein erneuter Greenpeace-Test von Windeln im Jahr 2001 zeigte, dass alle bis auf ein Produkt inzwischen frei von dem Schadstoff sind.

Das TBT-Problem scheint für die Meeresumwelt bald gelöst zu sein, nicht aber für viele Konsumprodukte, in denen TBT bis heute häufig gefunden wird. Durch TBT-belastete Spielsachen, PVC-Böden oder Kleidung werden die Verbraucher mit dem Giftstoff belastet. Im Jahr 2001 erließ die Bundesregierung ein von Greenpeace lange gefordertes gesetzliches Verbot von TBT in Alltagsprodukten - die EU-Kommission stoppte die Verordnung jedoch. Der stetige Druck von Greenpeace und anderen Umwelt- und Verbraucherorganisationen war jedoch auch hier nicht vergeblich: Inzwischen arbeiten die Brüsseler Beamten selbst an einem Entwurf für TBT-Restriktionen in Konsumartikeln.

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